Washington setzt auf Bitcoin: Die US-Senatorin Cynthia Lummis hat bestätigt, dass die Finanzierung einer strategischen Bitcoin-Reserve jederzeit beginnen kann, genau zu dem Zeitpunkt, an dem der BTC-Kurs nahe an seinen Allzeithochs notiert. Damit wird Bitcoin offiziell Teil des finanzpolitischen Instrumentariums der Vereinigten Staaten.
Politisches Go: Präsidialerlass schafft die Grundlage
Seit dem 6. März 2025 existiert durch einen Präsidialerlass die sogenannte Strategic Bitcoin Reserve (SBR) sowie ein separates „U.S. Digital Asset Stockpile“ für andere Kryptowährungen. Das US-Finanzministerium verwaltet künftig beschlagnahmte digitale Vermögenswerte und darf budgetneutral Bitcoin erwerben – die administrative Struktur steht bereits.
Der Gesetzentwurf H.R. 3798, der im Juni eingebracht wurde, soll diesen Erlass gesetzlich verankern und die langfristige Governance der Reserve sichern. Während das Weiße Haus den Impuls gibt, arbeitet der Kongress an der Umsetzung.
Lummis präzisierte nun den Zeitplan: Die Exekutive sei bereit, Mittel für die SBR bereitzustellen, auch wenn der Gesetzgebungsprozess komplex bleibt. Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Bitcoin rund 126.000 Dollar erreicht hat, ein Zeichen, dass die Kryptowährung zu einem makroökonomischen Thema geworden ist.
US-Bundesstaaten treiben Bitcoin-Adoption voran
Während Washington die Regeln definiert, übernehmen die Bundesstaaten die Vorreiterrolle. Texas hat bereits das „Texas Strategic Bitcoin Reserve and Investment Act“ verabschiedet. Der State Comptroller verwaltet nun einen Fonds außerhalb des Staatshaushalts, der Bitcoin kaufen, speichern und prüfen darf – vollständig in Cold Storage. Das Gesetz ist seit dem 20. Juni 2025 in Kraft.
Auch andere Staaten ziehen nach: New Hampshire erlaubt bis zu 5 % bestimmter öffentlicher Fonds in digitale Assets, faktisch derzeit nur Bitcoin. Arizona hat ebenfalls eine eigene Reserve mit staatlicher Finanzierung gestartet. Die US-Karte färbt sich zunehmend orange – Symbol der Bitcoin-Adoption.
Organisationen wie der Satoshi Act Fund sprechen von einem „historischen Wendepunkt“. Das Modell bietet regulierte Verwahrung, klare Regeln und Diversifizierung – ein strategischer Rahmen statt Spekulation. Texas spielt erneut die Rolle des politischen Testfelds.
Gold, Finanzministerium und strategische Umschichtung
In der Krypto-Branche gewinnt ein neuer Gedanke an Dynamik: Verkauf von Gold-Gewinnen, um Bitcoin-Reserven zu finanzieren, ohne zusätzliche Haushaltsmittel. Investor Jeff Park schlägt vor, einen Teil der latenten Goldgewinne in die SBR umzuleiten. Das wäre weniger Ideologie als strategisches Asset-Management: ein Tausch zwischen zwei knappen Reserven.
Das US-Finanzministerium betont die haushaltspolitische Neutralität. Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass die Regierung derzeit 15–20 Milliarden Dollar in Bitcoin-Beständen (hauptsächlich aus Beschlagnahmungen) halte. Ziel sei es, Verkäufe zu stoppen und neue Käufe außerhalb des Budgets zu strukturieren, kein „Bitcoin-QE“, sondern strategische Vorratspolitik.
Senatorin Lummis erkennt zwar noch bürokratische Hürden, doch die architektonischen Grundlagen sind gelegt: Erlass in Kraft, rechtliche Rahmen geöffnet, motivierte Bundesstaaten in den Startlöchern. Der Finanzierungsprozess für die US-Bitcoin-Reserve kann jederzeit anlaufen, sobald die verbleibenden Hürden fallen.


