Vanguard Manager nennt Bitcoin ein Spielzeug – während gleichzeitig Krypto-ETFs launchen

Tranzparenz
Tranzparenz
Bitcoin-Münze neben Sammlerfigur vor Börsengrafiken als Symbol für Vanguard-Kritik an Kryptowährungen
  • Vanguard erlaubt erstmals den Handel mit Krypto-ETFs, darunter Bitcoin, Ethereum und Solana.
  • Ein Top-Manager vergleicht Bitcoin mit einem spekulativen Sammlerobjekt ohne nachhaltigen Wert.
  • Die Aussagen zeigen den Spagat zwischen wachsender Nachfrage und anhaltender Skepsis großer Vermögensverwalter.

Bitcoin ist im Finanzmarkt längst angekommen, doch nicht jeder institutionelle Investor glaubt an seine langfristige Rolle. Während politische Rahmenbedingungen und neue Finanzprodukte den Zugang zu Kryptowährungen erleichtern, bleibt die grundsätzliche Bewertung umstritten. Besonders deutlich wird das beim Vermögensverwalter Vanguard, der seinen Kunden zwar den Handel mit Krypto-ETFs ermöglicht, intern aber weiter Zweifel an Sinn und Substanz digitaler Vermögenswerte äußert.

Vanguard öffnet sich dem Krypto-Handel mit klaren Grenzen

Vanguard hat kürzlich einen Schritt vollzogen, der noch vor wenigen Jahren undenkbar schien. Kunden des US-Vermögensverwalters dürfen nun Fonds handeln, die Bitcoin, Ethereum, XRP und Solana halten. Damit reagiert das Unternehmen auf eine steigende Nachfrage nach regulierten Krypto-Produkten. Die Entscheidung markiert einen Strategiewechsel, denn Vanguard galt lange als besonders kritisch gegenüber digitalen Assets.

Gleichzeitig betont das Unternehmen klare Einschränkungen. Vanguard stellt lediglich die Handelsplattform bereit und verzichtet bewusst auf jede Form von Anlageberatung zu Kryptowährungen. Kunden handeln auf eigenes Risiko und ohne Empfehlung. Krypto-ETFs werden intern eher mit Rohstoffen wie Gold verglichen als mit klassischen Investments. Die Öffnung ist damit eher technisch als ideologisch motiviert.

Bitcoin als „digitaler Labubu“ sorgt für Aufmerksamkeit

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte eine Aussage von John Ameriks, dem globalen Leiter für quantitative Aktien bei Vanguard. Er verglich Bitcoin mit einem „digitalen Labubu“, also einem beliebten, aber spekulativen Sammlerobjekt. Der Vergleich fiel auf einer Fachkonferenz in New York und wurde schnell von Medien aufgegriffen. Ameriks stellte dabei den Nutzen von Bitcoin grundsätzlich infrage.

Seiner Ansicht nach fehlt Bitcoin das, was Vanguard bei langfristigen Anlagen sucht. Gemeint sind verlässliche Cashflows und ein nachvollziehbarer Zinseszinseffekt. Ohne diese Eigenschaften sei es schwer, den inneren Wert zu bestimmen. Auch die zugrunde liegende Blockchain-Technologie liefere bislang keinen überzeugenden Nachweis für dauerhaften wirtschaftlichen Nutzen aus Sicht des Hauses.

Historische Vergleiche mit Spekulationsblasen

Die Kritik an BTC ist nicht neu und greift häufig auf historische Vergleiche zurück. Schon lange wird die Kryptowährung mit Spekulationsphasen wie der Tulpenmanie im 17. Jahrhundert verglichen. Auch Sammlertrends wie Beanie Babies aus den 1990er-Jahren werden als Analogie genutzt. Diese Vergleiche sollen verdeutlichen, wie stark Preise durch Knappheit und Emotionen getrieben werden können.

Kritiker argumentieren, dass auch Bitcoin vor allem von Erzählungen lebt. Dazu zählen die begrenzte Menge und die Hoffnung auf stetig steigende Nachfrage. Ein klassisches Geschäftsmodell mit Erträgen existiert jedoch nicht. Genau dieser Punkt macht es für traditionelle Vermögensverwalter schwierig, Bitcoin in bekannte Bewertungsmodelle einzuordnen und langfristig zu rechtfertigen.

Volatilität als zentrales Risiko für Anleger

Ein weiterer Kritikpunkt ist die starke Volatilität von Bitcoin. In den vergangenen Wochen kam es zu deutlichen Kursrückgängen. Nachdem der Preis im Oktober noch über 126.000 US-Dollar lag, fiel er zuletzt auf etwa 90.000 US-Dollar. Das entspricht einem Verlust von rund 28 Prozent in kurzer Zeit. Für konservative Anleger ist das ein erhebliches Risiko. Das ist auch ein Grund, warum Experten für nächstes Jahr eine weitere  Rally für Bitcoin für nötig halten, da die letzten beiden Monate Investoren eher enttäuschten.

Vanguard sieht in diesen Schwankungen ein zentrales Problem. Hohe Volatilität erschwert eine verlässliche Portfolio-Planung und erhöht das Verlustrisiko. Zwar können starke Bewegungen auch Chancen bieten, doch sie passen nicht zum langfristigen Anlageansatz des Unternehmens. Stabilität und Berechenbarkeit gelten dort als zentrale Kriterien für strategische Investments.

Politischer Wandel und neuer Kurs bei Vanguard

Die Öffnung für Krypto-ETFs fällt in eine Phase politischer Veränderungen in den USA. Kryptowährungen haben zuletzt stärkere Unterstützung auf nationaler Ebene erfahren. Auch personell gab es bei Vanguard einen Wandel. Mit Salim Ramji übernahm 2024 ein CEO die Führung, der als offener gegenüber Bitcoin gilt. Das beeinflusste offenbar die strategische Ausrichtung.

Trotzdem bleibt Vanguard vorsichtig. Die Entscheidung für den Handel mit Krypto-Fonds folgte erst, nachdem Spot-Bitcoin-ETFs eine gewisse Historie aufgebaut hatten. Diese Produkte wurden im Januar 2024 zugelassen. Erst dadurch sah das Unternehmen ausreichende Marktstrukturen. Die Skepsis gegenüber dem zugrunde liegenden Asset blieb jedoch bestehen.

Kein Investment-Narrativ trotz möglicher Sonderfälle

John Ameriks räumt ein, dass Bitcoin in bestimmten Situationen einen Nutzen zeigen könnte. Dazu zählen Phasen hoher Inflation oder politischer Instabilität. In solchen Szenarien könnte sich Bitcoin als alternative Wertaufbewahrung erweisen. Bislang sei dieser Zusammenhang jedoch nicht ausreichend belegt. Die Datenlage sei zu dünn und die Historie zu kurz.

Für Vanguard reicht das nicht aus, um eine klare Investmentthese zu formulieren. Erst wenn sich wiederholbare Muster zeigen, könne man seriös über den langfristigen Nutzen sprechen. Bis dahin bleibt BTC aus Sicht des Unternehmens ein spekulatives Objekt. Der Vergleich mit einem Sammlerstück ist daher bewusst gewählt und soll zur Vorsicht mahnen.

Lies hier über die BTC-Prognose von Robert Kiyosaki für 2026

Bitcoin ist nicht nur sein Kurs – es ist viel mehr

Bitcoin besitzt einen intrinsischen Wert, der sich grundlegend von klassischen Finanzanlagen unterscheidet. Anders als Aktien oder Anleihen ist BTC kein Cashflow-Asset und verspricht weder Dividenden noch Zinsen. Sein Wert entsteht aus strukturellen Eigenschaften, die in traditionellen Finanzmodellen oft nicht abgebildet werden. Dazu zählt vor allem die mathematisch festgelegte Knappheit von maximal 21 Millionen Einheiten. Diese Begrenzung macht Bitcoin zu einer Form von digitalem, hartem Geld. Hinzu kommen die Fähigkeit zur globalen Wertübertragung ohne Mittelsmann, hohe Fälschungssicherheit und Widerstandsfähigkeit gegen Zensur. Bitcoin funktioniert unabhängig von Staaten, Banken oder politischen Interessen. Genau diese monetäre Integrität verleiht ihm Bedeutung. Wer Bitcoin ausschließlich nach Ertragskennzahlen bewertet, verkennt seinen Zweck. Sein Nutzen liegt nicht im Einkommen, sondern im Werterhalt und in finanzieller Souveränität. Diese Eigenschaften erklären, warum Bitcoin für viele Menschen mehr ist als ein spekulatives Objekt.

Hier kommst du zu unserer detaillierten Prognose für Bitcoin.

Bitcoin Hyper fährt im Fahrwasser von Bitcoin -das macht ihn auch so interessant.

Bitcoin Hyper ist eine Layer-2-Erweiterung von Bitcoin, die BTC-Sicherheit mit Solana-Geschwindigkeit verbindet. Bitcoin dient als stabiles Fundament, während schnelle und günstige Transaktionen möglich werden. Der Erfolg von Hyper ist eng an die Entwicklung von Bitcoin gekoppelt: Steigt BTC langfristig, wächst auch die Nachfrage nach Lösungen wie Hyper, die BTC praktisch nutzbar machen. Zur Zeit läuft der Presale von Hyper, und es ist möglich ihn noch sehr günstig zu bekommen.

Ihr Kapital ist im Risiko.

 

 

By Jakob Hofeditz

Seit 2018 ist Jakob in der Welt von Krypto und Blockchain unterwegs und ist für verschiedene Portale als Autor tätig. Besonders fasziniert ihn bei diesem Thema die Wechselwirkung mit der internationalen Wirtschaftspolitik, den Notenbanken und der Zukunft des Geldsystems.