Jim Cramer warnt: Wird Bitcoin künstlich über 90.000 Dollar stabilisiert?

Tranzparenz
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Der bekannte CNBC-Moderator Jim Cramer vermutet, dass der Bitcoin-Kurs derzeit künstlich über der Marke von 90.000 Dollar stabilisiert wird. Zwar bezeichnet er sich weiterhin als Bitcoin-Fan, doch sieht er in einer Mischung aus Derivaten und markttechnischen Akteuren eine Kraft, die den Preis in einer engen Spanne hält – genau in einer Phase, in der die Volatilität eigentlich zunehmen müsste.

Cramer irritiert über festgenagelten Bitcoin-Kurs

Cramer erklärt, dass „etwas nicht stimmt“, da sich Bitcoin seit Tagen zwischen 90.000 und 92.000 Dollar festsetzt – trotz erkennbarer Schwächesignale. Selbst der kurze Rücksetzer auf 89.800 Dollar wurde sofort aufgekauft und der Kurs zurück in Richtung 91.500 Dollar gedrückt, als wolle der Markt jede Abwärtsbewegung im Keim ersticken.

In einem viral verbreiteten Kommentar formulierte er sogar den Eindruck, „dass eine Cabale versucht, Bitcoin über 90.000 Dollar zu halten“. Er betont jedoch, dass er Bitcoin als Asset schätzt, nicht aber die Vielzahl an Derivaten, die rund um die Kryptowährung entstanden sind und seiner Ansicht nach den natürlichen Marktmechanismus verzerren.

Seine Aussage folgt mehreren Wochen, in denen der Bitcoin-Chart ein ähnliches Bild liefert: Jede Korrektur wird sofort absorbiert, Liquidität baut sich rasch wieder auf und es gelingt dem Markt kaum, eine echte Abwärtsphase zu etablieren. Der Preis wirkt eingeklemmt – weniger getragen von Angebot und Nachfrage, sondern vielmehr von technischen Zwängen.

Cabale oder bloß der Automatismus der Derivate?

Hinter dem Wort „Cabale“ steckt laut Cramer vor allem ein technisches Problem. Er verweist auf das Zusammenspiel aus Perpetual-Kontrakten (Perps), strukturierten Produkten und Hedging-Strategien der Miner. Gemeinsam würden sie die Volatilität in einem eng definierten Preisbereich komprimieren. Damit diktieren die Derivate den Spotkurs – nicht umgekehrt.

Wenn Terminmärkte dominieren, werden bestimmte Preiszonen für die am stärksten exponierten Marktteilnehmer kritisch. Solange offene Positionen, Optionen und Hedging-Strategien rund um die Marke von 90.000 Dollar konzentriert bleiben, haben viele Akteure ein Interesse daran, dieses Niveau zu verteidigen – selbst wenn das zu unnatürlich wirkenden Kursbewegungen führt. Von einem geheimen Komplott könne jedoch keine Rede sein; vielmehr sei es ein technisches Gefüge, das sich zunehmend verselbstständigt habe.

Makro-Umfeld verschärft die Lage

Cramers Kommentare fielen am gleichen Tag, an dem Nvidia seine Quartalszahlen veröffentlichte – ein Ereignis, das laut Optionsmärkten eine Kursbewegung von 7 bis 8 Prozent erwarten ließ. Aktienmärkte, KI-Werte und Bitcoin bleiben derzeit eng miteinander verflochten. In diesem angespannten Umfeld sei es plausibel, dass bestimmte Akteure versuchen, Bitcoin vor einem wichtigen globalen Ereignis in einem engen Korridor zu halten.

Der Schatten der Derivate: Perps, strukturierte Produkte, Hedging der Miner

Auf dem Bitcoin-Markt spielen Perpetual-Futures (Perps) eine zentrale Rolle. Diese Instrumente ermöglichen gehebelte Positionen ohne Fälligkeitsdatum und zwingen Trader über Funding-Raten, sich dem Spotpreis anzunähern. Liegen extrem viele Perp-Positionen nahe an einem psychologischen Schlüsselbereich, kann ein stabilisierender oder blockierender Effekt entstehen.

Hinzu kommen strukturierte Produkte für professionelle Anleger, darunter Renditenoten, Barriere-Produkte oder kapitalgeschützte Konstrukte. Viele dieser Produkte orientieren sich an Preisbereichen rund um 85.000, 90.000 und 95.000 Dollar. Ein deutlicher Bruch der 90.000 Dollar könnte daher Kettenreaktionen auslösen, die Marktakteure kurzfristig vermeiden wollen.

bitcoin 90k

Auch Miner müssen sich absichern. Um ihr zukünftiges Einkommen zu stabilisieren, verkaufen sie regelmäßig Bitcoin per Terminmarkt oder über Optionen. Diese Hedging-Strategien verstärken den Druck auf einzelne Preiszonen zusätzlich. Von außen betrachtet entsteht so der Eindruck einer unsichtbaren Hand, die Bitcoin über einem kritischen Niveau schweben lässt. Michael Saylor wiederum hält die langfristige Perspektive für unerschütterlich – selbst im Falle eines Kurssturzes von 90 Prozent.

By Jannick Habicht

Jannick Habicht ist ein leidenschaftlicher Krypto-Journalist und Content Creator, der sich auf aktuelle Nachrichten, Marktanalysen und Hintergrundberichte aus der Welt der digitalen Assets spezialisiert hat. Mit einem scharfen Blick für Trends und einem tiefen Verständnis der Blockchain-Technologie vermittelt er komplexe Themen verständlich und fundiert. Seine Artikel verbinden journalistische Sorgfalt mit praxisnahen Einblicken, von Bitcoin und Ethereum bis hin zu aufstrebenden Altcoins.