Das Schürfen von Kryptowährungen gilt als extrem energieintensiv. Gerade für unabhängige Miner lohnt sich das Geschäft oft nicht, da die Stromkosten den Gewinn übersteigen. Immer häufiger greifen daher Kriminelle zu illegalen Methoden – etwa durch den Diebstahl von Elektrizität.
Illegale Mining-Anlagen in Seniorenheimen entdeckt
Wie der South China Morning Post berichtet, hat die Polizei in Hongkong zwei Männer im Alter von 32 und 33 Jahren festgenommen. Beide arbeiteten als Techniker für ein Ingenieurbüro und nutzten Wartungsarbeiten im August, um heimlich Mining-Anlagen in zwei Seniorenheimen zu installieren.
Schon kurz nach der Installation bemerkten die Mitarbeiter vor Ort eine deutliche Verlangsamung des Internetzugangs. In den beiden Einrichtungen liefen insgesamt acht Mining-Geräte rund um die Uhr, was die Stromrechnungen auf ein ungewöhnlich hohes Niveau trieb.
Geräte im Deckenbereich versteckt
Erst als die Einrichtungen Stromkosten meldeten, die rund 1.153 US-Dollar über dem üblichen Verbrauch lagen, begann eine interne Untersuchung. IT-Mitarbeiter entdeckten die versteckten Geräte in den abgehängten Decken der Büroräume. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden Techniker unabhängig agierten und nicht Teil einer organisierten kriminellen Gruppe waren.
Illegal Bitcoin mining operation uncovered in facilities for disabled individuals, two arrested for electricity theft #bitcoin https://t.co/eWK1hLxip0
— Dimsumdaily Hong Kong (@dimsumdaily_hk) September 8, 2025
Stromdiebstahl als wachsendes Problem
In Hongkong ist Krypto-Mining grundsätzlich nicht verboten. Die Regulierungsbehörden arbeiten derzeit an klareren Rahmenbedingungen, insbesondere für Stablecoins, für die demnächst Lizenzen vergeben werden sollen.
Die mutmaßlichen Täter handelten also nicht aus Angst vor Verboten, sondern um hohe Stromkosten zu umgehen. Dennoch drohen ihnen harte Strafen: Stromdiebstahl dieser Art kann in Hongkong mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden.
Unklar ist bislang, welche Kryptowährungen mit den versteckten Geräten geschürft wurden. Angesichts der hohen Mining-Schwierigkeit beim Bitcoin ist es jedoch unwahrscheinlich, dass sich die Aktion finanziell lohnte.
