- Bitcoin könnte bis 2030 durch Quantencomputer verwundbar werden.
- Experten sind uneinig, ob die Gefahr akut oder Jahrzehnte entfernt ist.
- Neue kryptografische Verfahren könnten den langfristigen Schutz sichern.
Die Diskussion um die Zukunft von Bitcoin bekommt eine neue Dimension. Quantencomputer, bislang vor allem ein Forschungsfeld, könnten bald zur realen Bedrohung werden. Experten streiten darüber, ob die Gefahr unmittelbar bevorsteht oder ob es sich um ein Szenario in ferner Zukunft handelt. Doch eines ist klar: Die Entwicklung schreitet schneller voran als je zuvor.
Bitcoin unter Druck durch neue Technologie
Bitcoin gilt als das sicherste digitale Geld der Welt. Doch Solana-Mitgründer Anatoly Yakovenko sieht die Stabilität in Gefahr. Auf dem All-In Summit 2025 warnte er vor den Risiken durch Quantencomputer. Diese könnten die bisher eingesetzten Signaturverfahren innerhalb weniger Jahre angreifen und damit Wallets und Transaktionen gefährden.
Besonders betroffen wären die elliptischen Kurven-Signaturen (ECDSA). Diese sichern aktuell jede Transaktion ab und garantieren, dass nur der rechtmäßige Besitzer Zugriff hat. Wird dieser Standard gebrochen, könnten Angreifer fremde Guthaben stehlen oder falsche Überweisungen auslösen.
Proof-of-Work bleibt zunächst stabil
Während Wallets und Signaturen verwundbar erscheinen, gilt Bitcoins Proof-of-Work noch als sicher. Die Mining-Methode basiert auf enormem Rechenaufwand. Laut Experten wäre es nötig, Millionen fehlerkorrigierter Qubits einzusetzen, um den Mechanismus auszuhebeln. Eine solche Hardware wird frühestens in einem Jahrzehnt erwartet.
Das bedeutet, dass das Mining-Netzwerk kurzfristig nicht direkt bedroht ist. Dennoch bleibt die Gefahr bestehen, dass Angreifer sich gezielt auf private Schlüssel konzentrieren. Damit rückt die Sicherheit der Nutzer selbst stärker in den Vordergrund.
Forschungsrennen der Tech-Giganten
Unternehmen wie IBM, Microsoft und Google treiben die Entwicklung mit Hochdruck voran. IBM kündigte an, bis 2029 ein System mit 20.000-facher Leistung heutiger Computer in Betrieb zu nehmen. Die Geschwindigkeit, mit der Fortschritte erzielt werden, ist laut Yakovenko beispiellos.
IBM and AMD have agreed to collaborate on hybrid classical‑quantum computing, aiming to create quantum‑centric supercomputers that combine @IBM's quantum systems with the AMD portfolio of high‑performance CPUs, GPUs, and FPGAs.
This will enable new hybrid algorithms capable of… pic.twitter.com/9O8zeOUZXn
— AMD (@AMD) September 15, 2025
Künstliche Intelligenz beschleunigt diesen Trend zusätzlich. Ergebnisse, die früher Jahre erfordert hätten, werden heute in Monaten umgesetzt. Für Bitcoin-Ingenieure bedeutet das steigenden Druck, neue Sicherheitsmethoden einzuführen, bevor Quantenangriffe Realität werden.
Reaktionen von Staaten und Institutionen
Nicht nur die Krypto-Industrie, auch Regierungen bereiten sich vor. Das US-Institut NIST veröffentlichte 2024 neue Standards für Post-Quantum-Kryptografie. Darunter befinden sich Algorithmen wie ML-KEM und ML-DSA, die künftig als globale Benchmarks gelten sollen.
Die NSA plant, bis 2033 vollständig auf quantensichere Verfahren umzusteigen. Auch Staaten wie El Salvador, die Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel nutzen, ergreifen erste Maßnahmen. Dort werden Reserven auf mehrere Wallets verteilt, um das Risiko möglicher Angriffe zu senken.
Uneinigkeit in der Krypto-Community
Innerhalb der Szene gibt es keine einheitliche Einschätzung. Einige Forscher warnen vor unmittelbarer Gefahr, andere sehen erst in Jahrzehnten echte Risiken. Capriole-Investor Charles Edwards hält sogar einen Angriff auf die Hash-Funktion SHA-256 für möglich, stuft diese Gefahr jedoch als weniger akut ein.
Elon Musk asks Grok: Can quantum computers crack Bitcoin?
Answer: Near 0% chance in 5 years, <10% by 2035.
Bitcoin is safe for now. 🛡️ pic.twitter.com/j4k6F5sgj1
— Bitcoin Archive (@BTC_Archive) August 2, 2025
Blockstream-CEO Adam Back bleibt gelassen. Seiner Ansicht nach sind Quantencomputer, die Bitcoin wirklich bedrohen, noch weit entfernt. Auch Michael Saylor von MicroStrategy betont, dass Social Engineering und Phishing derzeit größere Gefahren für Nutzer darstellen.
Erste Beweise für Fortschritte
Forscher demonstrierten bereits kleinere Angriffe. Mit einem 133-Qubit-Prozessor gelang es, einen sechs-Bit-Schlüssel zu knacken. Zwar ist dies weit von den 256-Bit-Standards entfernt, doch es zeigt, dass praktische Angriffe keine reine Theorie mehr sind.
Ein zusätzliches Risiko ist das Prinzip „Harvest-Now-Decrypt-Later“. Dabei speichern Angreifer verschlüsselte Daten, um sie später mit leistungsfähigen Quantencomputern zu entschlüsseln. Für Bitcoin-Nutzer bedeutet das, dass heutige Sicherheit kein Garant für die Zukunft ist.
Zukunft und mögliche Schutzmaßnahmen
Yakovenko plädiert für eine schnelle Umstellung auf quantensichere Verfahren. Besonders das vom NIST vorgeschlagene Dilithium könnte als neues Signaturschema eingeführt werden. Damit ließe sich Bitcoin langfristig absichern.
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