Frankfurt – Der Bitcoin-Kurs bleibt angeschlagen und notiert aktuell unterhalb seiner mittleren Bollinger-Band-Grenze. Dieses technische Signal erhöht deutlich die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs in den Bereich zwischen 103.000 und 102.000 US-Dollar – jener Zone, die Anleger als „Black Friday“ vom 11. Oktober in Erinnerung haben. Trotz mehrerer gescheiterter Ausbruchsversuche über 116.000 US-Dollar fehlt dem Markt derzeit der Schwung.
Ein technischer Bruch mit Signalwirkung
Die Wochenschlusskurs unter der mittleren Bollinger-Band-Linie bei rund 113.744 US-Dollar verschiebt laut Analysten den Fokus in Richtung der unteren Bandzone um 103.700 US-Dollar. Im Fachjargon bedeutet ein Fall unter die gleitende 20-Tage-Durchschnittslinie, dass sich der Trend-Bias umkehrt – und der Blick auf die Unterseite der Volatilitätsspanne gerichtet werden muss.
Aktuell pendelt die Bitcoin Preis Prognose zwischen 109.000 und 113.000 US-Dollar, ohne klare Richtung. Diese Schwäche deutet auf anhaltenden Verkaufsdruck hin, bevor neue makroökonomische Impulse das Bild verändern. Kurzfristig gilt: Ein schneller Rebound über 113.744 US-Dollar könnte die Korrektur stoppen. Bleibt der Kurs darunter, dürfte er erneut den Bereich von 103.000 bis 102.000 US-Dollar testen. Die untere Bollinger-Band-Grenze signalisiert keinen Crash – sie markiert vielmehr die wahrscheinlichste Zone für eine technische Rückkehrbewegung, solange der Trend schwach bleibt.
Der „Black Friday“ als neuer Referenzpunkt
Die Zone um 103.000 US-Dollar hat für Trader symbolischen Charakter. Sie erinnert an den „Black Friday“ des Kryptomarktes am Wochenende des 10.–11. Oktober, als Bitcoin kurzzeitig auf 101.000–104.000 US-Dollar abstürzte, bevor eine schnelle Erholung einsetzte. Ausgelöst durch eine neue US-China-Handelsspannung wurden damals über 19 Milliarden US-Dollar an gehebelten Positionen innerhalb von 24 Stunden liquidiert – ein Rekord. Solche abrupten Abstürze hinterlassen grafische Spuren, die bei jeder Schwäche erneut Marktvolumen anziehen.
Der Begriff „Black Friday“ ist mehr als ein dramatischer Spitzname – er steht für ein kollektives Markengedächtnis. Trader und Algorithmen identifizieren die Zone als Liquiditätspivot, an dem sich defensive Orders bündeln. Die aktuelle Überlappung zwischen der unteren Bollinger-Band-Grenze und diesem historischen Niveau verstärkt daher seine Relevanz.
Was die Bollinger-Bänder wirklich verraten
Die Bollinger-Bänder bestehen aus einer 20-Perioden-Gleitenden Durchschnittslinie und zwei Standardabweichungen nach oben und unten. Befindet sich der Kurs unterhalb der mittleren Linie, gilt der Trend als rückläufig; darüber entsprechend bullish. Je enger die Bänder zusammenlaufen, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer kommenden Volatilitätsexplosion – deren Richtung jedoch offen bleibt.
The expectations were a 25bps rate cut.
The markets are turning down, #Altcoins are dropping fast and #Bitcoin goes south too.
Again, mentioned before.
The first move isn't the actual move. The actual move comes in the coming days.
Buy the dip.
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) October 29, 2025
Auf höheren Zeitebenen wie dem Wochenchart haben diese Signale deutlich mehr Aussagekraft, da sie Marktrauschen ausblenden. Ein klarer Bruch unter die mittlere Linie wie zuletzt gilt daher als bedeutsam. Ebenso kann ein sauber dokumentierter Rebound an der unteren Bandlinie auf eine technische Erholung hindeuten – vorausgesetzt, Kaufinteresse kehrt zurück.
Einige Marktbeobachter wie Michaël van de Poppe sehen in der aktuellen Korrektur eine Kaufgelegenheit, insbesondere nach der jüngsten Zinssenkung der US-Notenbank. Dennoch bleibt das Umfeld sensibel: Geopolitische Spannungen und die amerikanische Geldpolitik bestimmen weiterhin das Risiko-Sentiment an den Kryptomärkten.

