Bitcoin-Crash-Szenario: Strategy kalkuliert mit extremem 25.000-Dollar-Fall

Tranzparenz
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Bitcoin bei 25.000 Dollar? Genau dieses Extremszenario hat Strategy, ehemals MicroStrategy, öffentlich ins Spiel gebracht, angeblich, um seine Gläubiger zu beruhigen, während es gleichzeitig bei vielen Investoren neue Zweifel weckt. Durch die Veröffentlichung der möglichen Auswirkungen eines solchen Krypto-Krachs zeigt das Unternehmen erneut, wie eng sein Schicksal inzwischen mit dem Bitcoin-Kurs verknüpft ist.

Ein 25.000-Dollar-Stresstest, der das Signal verwässert

In einem Beitrag auf X erklärt Strategy, dass sein BTC Rating bei einem Kurs von 74.000 Dollar, nahe dem durchschnittlichen Kaufpreis, ein Verhältnis von 5,9 zwischen dem Wert seiner Bitcoin-Bestände und seiner wandlungsfähigen Schuld aufweist. Selbst bei einem Bitcoin-Kurs von 25.000 Dollar würde dieser Wert noch bei 2 liegen. Wörtlich bedeutet dies: Die Firma behauptet, einen Rückgang von über 70 % verkraften zu können, ausgehend vom aktuellen Niveau, an dem Bitcoin um die 87.000 Dollar schwankt.

Auf dem Papier klingt das beruhigend. Strategy betont, dass seine Wandelanleihen von 8,2 Milliarden Dollar selbst in einem angeblich apokalyptischen Szenario durch den Bitcoin-Vorrat des Unternehmens überdeckt wären. In der Praxis jedoch hat die Kommunikation vor allem die Community aufgeschreckt. Warum überhaupt den Bereich um 25.000 Dollar erwähnen, wenn man ihn nicht zumindest ansatzweise für möglich hält?

Mehrere Beobachter sehen darin ein Zeichen wachsender Nervosität, insbesondere, da die Strategy-Aktie bereits eine deutliche Korrektur hinter sich hat.

Eine Bitcoin-Festung trotz Marktsturm

Hinter der Aufregung bleiben die Zahlen beeindruckend: Strategy hält fast 650.000 BTC, gekauft zu einem Durchschnittspreis von rund 74.433 Dollar, ein Einsatz von über 48 Milliarden Dollar. Zum aktuellen Kurs entspricht dies mehr als 56 Milliarden Dollar, also über 3 % des gesamten zirkulierenden Angebots von Bitcoin.

Dem gegenüber steht die Convertible Debt von 8,2 Milliarden Dollar, die stark überbesichert ist. Selbst inklusive der rund 7,8 Milliarden Dollar an Vorzugsaktien belaufen sich die gesamten Verpflichtungen auf etwa 16 Milliarden Dollar. Strategy spricht daher von einem konsolidierten BTC Rating von ungefähr 3,6 – also mehr als dem Dreifachen des Werts seiner Verbindlichkeiten.

Das gibt dem Unternehmen vor allem eines: Zeit. Ein Großteil der Schulden läuft erst zwischen 2028 und 2032 aus. Zudem verfügt Strategy weiterhin über softwarebezogene Cashflows und andere Vermögenswerte außerhalb von Bitcoin. Das bedeutet: Es besteht keinerlei Zwang, Bitcoin panisch zu verkaufen, selbst wenn der Marktdruck zunimmt.

Die Strategy-Aktie im Fokus – nicht der Bitcoin-Bestand

Der eigentliche Druck lastet derzeit nicht auf der Blockchain, sondern an der Börse. Die Strategy-Aktie hat seit ihren Jahreshochs rund 40–50 % verloren – zunächst befeuert vom starken Bitcoin-Anstieg, danach ebenso heftig nach unten korrigiert, als die Euphorie verflog.

Diese Volatilität wird durch die Struktur des Unternehmens verstärkt. Um so viele Bitcoin anzuhäufen, hat Strategy über Jahre hinweg neue Aktien, Vorzugsaktien und Wandelanleihen ausgegeben. Solange der Markt die Strategie „Bitcoin um jeden Preis“ unterstützt, funktioniert dieses Modell. Doch schrumpft der Aufpreis der Aktie im Verhältnis zum Wert der gehaltenen BTC, betrachten Investoren jede Kapitalerhöhung als potenzielle Verwässerung – statt als genialen Hebel auf die Krypto-Adoption.

Erschwerend kommen Indexrisiken hinzu: Strategy wurde bereits aus dem S&P 500 ausgeschlossen, und ein möglicher Ausschluss aus bestimmten MSCI-Indizes steht weiterhin im Raum – was zu erzwungenen Verkäufen durch Indexfonds führen könnte. Solche technischen Faktoren können die Kursbewegungen verstärken, unabhängig von der Bilanz.

Das 25.000-Dollar-Szenario: Aussage über Bitcoin und über Strategy

Ein Bitcoin-Kurs von 25.000 Dollar entspräche einem Rückgang von etwa 70 % gegenüber dem aktuellen Niveau – heftig, aber keineswegs ohne historische Parallelen. Jede Bitcoin-Hausse wurde bislang von ähnlich starken Drawdowns gefolgt. Der Stresstest von Strategy erinnert schlicht daran, dass ein solches Szenario statistisch möglich bleibt, auch wenn niemand den Zeitpunkt vorhersehen kann.

By Jannick Habicht

Jannick Habicht ist ein leidenschaftlicher Krypto-Journalist und Content Creator, der sich auf aktuelle Nachrichten, Marktanalysen und Hintergrundberichte aus der Welt der digitalen Assets spezialisiert hat. Mit einem scharfen Blick für Trends und einem tiefen Verständnis der Blockchain-Technologie vermittelt er komplexe Themen verständlich und fundiert. Seine Artikel verbinden journalistische Sorgfalt mit praxisnahen Einblicken, von Bitcoin und Ethereum bis hin zu aufstrebenden Altcoins.