- Trotz eines massiven Marktcrashs bleiben institutionelle Investoren optimistisch in Bezug auf Bitcoin.
- Eine neue Studie von Coinbase und Glassnode zeigt, dass der Markt zwar noch bullisch ist, aber das Ende des Zyklus naht.
- Während Banken wie JPMorgan und Citi hohe Kursziele beibehalten, warnt der Bericht vor einer drohenden Liquiditätsverknappung.
Bitcoin bleibt Gesprächsthema Nummer eins an den Finanzmärkten. Nach einem gewaltigen Hebel-Abbau von 19 Milliarden Dollar zeigt sich die Kryptowelt gespalten: Während Privatanleger vorsichtig agieren, bleiben institutionelle Investoren überraschend zuversichtlich. Eine neue Studie von Coinbase und Glassnode wirft Licht auf die Stimmung, Erwartungen und Risiken der kommenden Monate – und verrät, warum trotz aller Unsicherheiten noch immer Hoffnung auf neue Rekorde besteht.
Institutionelle bleiben optimistisch trotz Marktcrash
Laut einem gemeinsamen Bericht von Coinbase und Glassnode zeigen sich 67 Prozent der institutionellen Anleger optimistisch für Bitcoin in den kommenden drei bis sechs Monaten. Auch 62 Prozent der nicht-institutionellen Investoren erwarten steigende Kurse, obwohl der Markt zuletzt durch extreme Volatilität erschüttert wurde. Die Studie beschreibt eine „vorsichtig optimistische“ Haltung, die auf robuste Fundamentaldaten und makroökonomische Unterstützung verweist.

Doch der Optimismus kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Nach dem massiven Leverage-Washout am 10. Oktober, bei dem rund 19 Milliarden Dollar an Positionen liquidiert wurden, mahnen Analysten zur Vorsicht. Viele Marktteilnehmer sehen darin ein Zeichen, dass sich die späte Phase des Bullenmarkts anbahnt. Dennoch bleibt das Sentiment in den professionellen Kreisen überraschend stabil.

Ein Markt zwischen Hoffnung und Realität
Die Studie beschreibt den aktuellen Markt als „späten Bullenzyklus“. Fast die Hälfte der institutionellen Investoren, rund 45 Prozent, teilt diese Einschätzung. Sie gehen davon aus, dass die Wachstumsphase bald endet. Privatanleger sind hingegen weniger überzeugt – nur 27 Prozent sehen den Markt in dieser Endphase. Diese Differenz zeigt, dass institutionelle Akteure mit größerer Vorsicht agieren, während Kleinanleger noch auf anhaltende Kursgewinne hoffen.
Das Ergebnis deutet auf ein interessantes Spannungsfeld hin: Professionelle Marktteilnehmer rechnen zwar kurzfristig mit weiteren Gewinnen, sehen aber das langfristige Risiko steigen. Dieser „späte Bullenzyklus“ könnte der Vorbote eines neuen Korrekturzyklus sein, falls die makroökonomischen Rahmenbedingungen kippen.
Zinswende und neue Kapitalströme
Ein zentraler Faktor für die weitere Bitcoin-Entwicklung ist die Geldpolitik der US-Notenbank. Laut Coinbase wird die Federal Reserve noch zwei Zinssenkungen im Jahr 2025 durchführen. Diese Maßnahme könnte bis zu sieben Billionen US-Dollar aus Geldmarktfonds in riskantere Anlageklassen umleiten. Das würde dem Kryptomarkt neuen Auftrieb verleihen, besonders wenn Investoren wieder stärker in digitale Assets investieren.
Diese Aussicht steht im Kontrast zur allgemeinen Marktvorsicht. Denn während niedrigere Zinsen die Liquidität fördern, bleibt die Unsicherheit über die weltwirtschaftliche Lage groß. Die US-Regierung steht vor einem möglichen Shutdown, und die fortgesetzte geldpolitische Straffung durch „Quantitative Tightening“ könnte kurzfristig für Druck sorgen.
Drohende Liquiditätsverknappung im November
Der Bericht von Glassnode warnt, dass die globale Liquidität im November einen kritischen Punkt erreichen könnte. Das weltweite M2-Geldmengenwachstum, ein wichtiger Indikator für verfügbare Liquidität, zeigte zu Quartalsbeginn positive Tendenzen. Doch die Dynamik hat sich inzwischen abgeschwächt. Grund dafür sind strukturelle Belastungen wie der US-Regierungsstillstand und die fortgesetzten Anleiheverkäufe der Federal Reserve.
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Ein Liquiditätsrückgang gilt als potenzieller Bremsfaktor für Bitcoin. Da die Kryptowährung stark von globalen Kapitalströmen abhängt, könnte eine Verknappung kurzfristig zu einem Rücksetzer führen. Dennoch bleibt das Vertrauen in den langfristigen Aufwärtstrend bestehen – insbesondere unter institutionellen Anlegern, die das aktuelle Umfeld als Kaufgelegenheit betrachten.
Makroökonomische Risiken und Anlegerstimmung
Die Befragung von 120 internationalen Investoren zeigt, dass 38 Prozent der institutionellen und 29 Prozent der privaten Anleger das makroökonomische Umfeld als größten Risikofaktor ansehen. Besonders die Zinspolitik, geopolitische Spannungen und die Inflationserwartungen werden als entscheidende Einflussgrößen genannt. Der Bericht weist darauf hin, dass die Umfrage vor dem Crash am 10. Oktober durchgeführt wurde – also bevor die jüngste Marktbereinigung einsetzte.
🥶 The Setup Before the Storm
Bitcoin is trading inside a broadening wedge. Volatility is building… and the next move will be explosive. 💥
Two possible outcomes:
🟢 Bullish case:
Breaks above $118K→ targets $135K–$140K
Macro uptrend resumes.🔴 Bearish case:
Fails to… pic.twitter.com/Nxy369cLpn— George (@Thecityismine_x) October 18, 2025
Diese Tatsache könnte bedeuten, dass der Optimismus inzwischen etwas abgenommen hat. Dennoch signalisiert der Trend, dass viele Investoren den Bitcoin weiterhin als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel betrachten. Gerade institutionelle Akteure sehen in jeder Korrektur eher eine strategische Einstiegschance als einen Ausstiegspunkt. Eine Einstiegschance wäre zur Zeit auch bei einem neuen Altcoin möglich, der die Vorteile von Bitcoin und Solana miteinander verbinden will.
Großbanken halten an hohen Prognosen fest
Trotz der jüngsten Turbulenzen bleiben führende Finanzinstitute zuversichtlich. Citi sieht den Bitcoin bis Jahresende bei rund 133.000 US-Dollar, vorausgesetzt, die ETF-Zuflüsse bleiben stabil. JPMorgan geht sogar von 165.000 US-Dollar aus, während Standard Chartered ein Kursziel von 200.000 US-Dollar prognostiziert. Goldman Sachs sieht Parallelen zu Gold und rechnet bei einem Goldpreis von 5.000 US-Dollar mit einem möglichen Bitcoin-Ziel von bis zu 220.000 US-Dollar.
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Ob diese Prognosen Realität werden, bleibt offen. Doch sie zeigen, dass die großen Marktteilnehmer weiterhin fest an das Potenzial der Kryptowährung glauben. Trotz aller Schwankungen gilt Bitcoin für viele Analysten als das „digitale Gold“ – eine Anlage, die langfristig mehr Chancen als Risiken bietet.
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