Die Entscheidung von Strategy, eine Dollar-Reserve von 1,44 Milliarden US-Dollar aufzubauen, ist nach Einschätzung von CryptoQuant ein deutliches Signal: Der Bitcoin-Markt könnte bereits in eine baissière Phase eingetreten sein und im kommenden Jahr auf 70.000 bis 55.000 US-Dollar zurückfallen.
Für die Analysten ist dieser Cash-Puffer weit mehr als ein gewöhnlicher Bilanzposten. Strategy bereitet sich offenbar auf ein Szenario vor, in dem der Bitcoin über viele Monate unter Druck bleibt. Die Reserve soll bis zu 24 Monate Dividenden und Zinsen sichern, ohne den BTC-Bestand anzutasten.
Strategy sichert Dividenden trotz hoher Volatilität im Kryptomarkt
Die 1,44 Milliarden US-Dollar wurden über ein „at-the-market“-Programm eingesammelt. Damit will Strategy stabile Dividenden gewährleisten – selbst bei schwachem Bitcoin-Kurs. Zudem hält das Unternehmen rund 650.000 BTC, also mehr als 3 % der maximalen Bitcoin-Menge. Diese massive Position macht Strategy zu einem systemischen Akteur im gesamten Kryptosektor.
Nach Ansicht von CryptoQuant deutet die Dollar-Reserve auf eine deutliche Abkehr vom bisherigen Modell hin. Statt neues Kapital primär zum Kauf von Bitcoin zu nutzen, fließt nun ein signifikanter Teil in einen Dollar-Sicherheitspuffer. Das zeigt: Strategy rechnet kurzfristig nicht mehr mit einer automatischen Bitcoin-Rally.
On-Chain-Daten bestätigen beginnenden Bärenmarkt
Für Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant, befindet sich der Bitcoin bereits seit Anfang November in einer Schwächephase. Mehrere zentrale On-Chain-Signale haben in ein klares Risikoregime gedreht. Der Bull Score Index fiel auf null – den pessimistischsten Wert seit Januar 2022.
Sollte der Verkaufsdruck anhalten, könnte sich der Bitcoin-Kurs zwischen 70.000 und 55.000 Dollar bewegen. Dies wäre ein ausgeprägtes Trend-Reversal, das Hoffnungen auf einen sofortigen neuen Bullenzyklus dämpft.
Die drastische Verlangsamung der Käufe unterstreicht den Strategiewechsel: Die monatliche Bitcoin-Akkumulation sank laut CryptoQuant von etwa 134.000 BTC Ende 2024 auf 9.100 BTC im November 2025 – und lediglich 135 BTC im Dezember. Strategy verabschiedet sich jedoch nicht vom Bitcoin. Das Unternehmen verfolgt nun ein Doppel-Reserve-Modell: BTC für die langfristige Vision und Dollar als Schutzschild für Dividenden und Schuldendienst.
Bitcoin-Reserve bleibt Kern – aber flexible Risikowerkzeuge gewinnen an Bedeutung
Zur neuen Strategie gehören auch Instrumente wie Derivate-Hedging, selektive Verkäufe in Extremszenarien und mehr taktische Flexibilität. Laut CryptoQuant ist der riesige BTC-Bestand von Strategy nicht länger ein unantastbarer Block. Um die enorme Bitcoin-Reserve zu schützen, setzt das Unternehmen verstärkt auf klassisches Treasury-Management – mit einer ausgewogenen Strategie zwischen Schulden, Liquidität und risikobehafteten Vermögenswerten.


