China hat erneut unmissverständlich klargemacht, wo seine rote Linie verläuft. Die Zentralbank der Volksrepublik bekräftigt das totale Verbot von Kryptowährungen auf dem Festland und nimmt dabei erstmals deutlicher die Stablecoins ins Visier. Diese werden als Risiko für die finanzielle Sicherheit eingestuft – während global die Spekulation wieder anzieht und Hongkong einen eigenen Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte etabliert.
Was China 2025 offiziell über Kryptowährungen sagt
Die chinesische Regierung hält an der seit 2021 geltenden Position fest: Krypto-Trading und Mining sind illegal, private digitale Assets besitzen keinen rechtlichen Status und dürfen nicht als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Alle Aktivitäten rund um Kryptowährungen gelten weiterhin als illegale Finanzgeschäfte.
Ende November 2025 traf sich die Zentralbank mit mehreren Ministerien und Aufsichtsbehörden. Dabei stellten die Behörden einen erneuten Anstieg der Spekulation fest, der „neue Herausforderungen“ für die Risikokontrolle schafft. Peking kündigt daher an, die Repression gegen Plattformen, Zahlungsprozesse und nicht konforme Krypto-Aktivitäten zu verstärken.
Warum Stablecoins für Peking zur „finanziellen Bedrohung“ wurden
Im aktuellen Bericht widmet die Zentralbank den Stablecoins besondere Aufmerksamkeit. Sie klassifiziert sie als „virtuelle Währungen“, die die Anforderungen an Kundenidentifikation und Geldwäschebekämpfung nicht erfüllen. Zudem verweist sie auf Risiken wie Betrug, illegale Kapitalbeschaffung und unerlaubte grenzüberschreitende Transfers.
Entscheidend ist jedoch der Begriff „Bedrohung für die finanzielle Sicherheit“, der Stablecoins faktisch in die Nähe eines systemischen Risikos rückt. Für Peking erleichtern sie die Kapitalflucht und umgehen die strengen Devisenkontrollen, besonders wenn sie über Offshore-Plattformen von chinesischen Nutzern verwendet werden.
Hongkong, Tokenisierung und der digitale Yuan als strategische Antwort
Die verschärfte Haltung fällt in eine Phase, in der Hongkong ein eigenes Lizenzsystem für Stablecoins aufbaut und sich als Hub für regulierte digitale Assets positionieren will. Doch Peking sendet ein völlig anderes Signal. Broker und Finanzinstitute sollen bestimmte Tokenisierungs- und Stablecoin-Projekte mit Verbindung zum chinesischen Markt zurückfahren.
Gleichzeitig forciert China den digitalen Yuan (e-CNY) als offizielle Alternative. Die staatliche Digitalwährung wird bereits in Transport, Handel und öffentlichen Zahlungen getestet. Während private Kryptowährungen draußen bleiben, wächst der Einfluss des nationalen digitalen Zahlungsmittels – ausgestattet mit weitreichenden Kontroll- und Nachverfolgungsmechanismen.
Was die Entscheidung für den globalen Krypto-Markt bedeutet
Die neuen Signale aus Peking machen deutlich, dass eine Wiederöffnung des chinesischen Krypto-Marktes in naher Zukunft unwahrscheinlich bleibt. Firmen, die über Hongkong private Stablecoins für chinesische Nutzer einführen wollten, stoßen nun auf massive politische Hürden.
Kurzfristig verringert sich damit die Rolle chinesischer Investoren in der globalen DeFi-Landschaft. Langfristig verstärkt sich ein Zwei-Geschwindigkeiten-Modell: eine streng überwachte digitale Finanzarchitektur rund um den digitalen Yuan – und ein internationales Krypto-Ökosystem, das künftig ohne die größte Volkswirtschaft Asiens funktionieren muss.

