BlackRock hat in einer Phase zunehmender Marktpanik Kryptowährungen im Wert von mehr als 650 Millionen US-Dollar zu Coinbase Prime übertragen. Die Bewegung eines der größten Vermögensverwalter der Welt schürt neue Sorgen über mögliche Verkaufswellen bei Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH), da die entsprechenden ETF-Produkte bereits rekordhohe Abflüsse verzeichnen und die Marktstimmung in den Bereich „Extreme Fear“ gefallen ist.
BlackRock-ETFs transferieren Tausende BTC und Zehntausende ETH
On-Chain-Daten zeigen mehrere aufeinanderfolgende Einzahlungswellen. Insgesamt wurden rund 4.880 BTC und 54.730 ETH – Bestände der iShares-Produkte IBIT (Bitcoin) und dem iShares Ether ETF – zu Coinbase Prime verschoben. Für einen ohnehin fragilen Markt wirkt ein solcher Transfer wie ein mögliches Verkaufssignal. Beobachter sprechen von „massivem Verkaufsdruck“ und betonen, dass institutionelle Akteure selten ohne Absicht hunderte Millionen Dollar an Krypto auf eine Börse transferieren.
BlackRock deposited 4,880 $BTC($467.16M) and 54,730 $ETH($175.93M) to #CoinbasePrime an hour ago.https://t.co/qmuDIrP9my pic.twitter.com/PrKKjkPw50
— Lookonchain (@lookonchain) November 17, 2025
Werden ETF-Anteile zurückgegeben, müssen Emittenten oft ihre zugrunde liegenden Assets liquidieren. Coinbase Prime dient dabei als zentraler Ausführungsplatz.
Bitcoin fällt unter 94.000 Dollar, Ethereum auf rund 3.100 Dollar
Unmittelbar nach den Transfers rutschte der Bitcoin-Kurs unter 94.000 US-Dollar und verzeichnete zweistellige Wochenverluste. Ethereum gab seinen jüngsten Aufschwung vollständig ab und fiel auf etwa 3.100 US-Dollar zurück. Der Zeitpunkt der Bewegungen schürt zusätzliche Nervosität in einem Umfeld schrumpfender Liquidität und steigender Volatilität.
ETF-Abflüsse beschleunigen sich – institutionelle Stimmung kippt
Laut Daten von CoinShares zogen Bitcoin-ETF-Produkte innerhalb einer Woche über 1,3 Milliarden US-Dollar ab. Ethereum-ETF-Produkte verloren fast 700 Millionen US-Dollar. Drei Wochen in Folge negativer Kapitalflüsse deuten klar auf eine Eintrübung der Stimmung unter institutionellen Investoren hin.
ETH trifft es prozentual besonders stark: Die Abflüsse entsprechen rund 4 % der gesamten Assets, während es bei BTC etwa 2 % sind. Das zeigt eine fragilere Risikowahrnehmung gegenüber Ethereum, trotz seiner Rolle in DeFi und technischen Markt-Narrativen.
Während BlackRock umschichtet, kauft Strategy konsequent den Dip
Während BlackRock möglicherweise als Verkäufer auftritt, verfolgt Strategy – das Unternehmen von Michael Saylor (ehemals MicroStrategy) – weiterhin eine aggressive Akkumulationsstrategie. Zuletzt soll Strategy mehr als 8.000 BTC gekauft haben.
Der Gegensatz zeigt zwei völlig unterschiedliche institutionelle Herangehensweisen: BlackRock-ETF-Produkte dienen Anlegern als liquide Eintrittspforte mit variablen Risiko- und Volatilitätsanforderungen, während Strategy als langfristiger „Corporate Hodler“ agiert und kurzfristige Panikbewegungen ignoriert.

