Der Mitgründer von Ethereum, Vitalik Buterin, hat nach eigenen Angaben auf dem Prognosemarkt Polymarket im vergangenen Jahr rund 70.000 US-Dollar Gewinn erzielt. Das entspricht etwa 16 Prozent Rendite auf sein eingesetztes Kapital.
Bei einem Community-Treffen in Chiang Mai (Thailand) erklärte Buterin, dass er über das Jahr 2025 hinweg aktiv an Prognosemärkten teilgenommen habe. Medienberichten zufolge setzte er rund 440.000 US-Dollar ein und erreichte damit eine zweistellige Rendite.
⚡️ Reports: @VitalikButerin on @Polymarket profits last year
Several outlets citing a Foresight News interview say Vitalik Buterin made ~$70,000 on Polymarket “last year,” using roughly ~$440,000 in capital.
The described approach was to look for markets driven by hype and bet… pic.twitter.com/TyU967qrar
— CryptoPotato Official (@Crypto_Potato) January 28, 2026
Buterins Strategie: „Anti-Wahnsinns-Modus“ gegen Marktübertreibungen
Buterin beschreibt seinen Ansatz als „Anti-Madness-Mode“. Die Strategie basiert darauf, gezielt gegen extreme, emotional getriebene Marktprognosen zu wetten. Immer dann, wenn sich Marktteilnehmer in spekulative oder irrationale Szenarien hineinsteigern, positioniere er sich auf das Gegenteil.
Als Beispiele nannte er Wetten gegen besonders unwahrscheinliche Ereignisse, etwa einen Friedensnobelpreis für Donald Trump oder einen vollständigen Zusammenbruch des US-Dollars während Phasen von Marktpanik. In überhitzten Prognosemärkten entstünden laut Buterin gerade durch nüchterne Gegenpositionen attraktive Chancen.
Prognosemärkte wachsen rasant – Wettbewerb verschärft sich
Der Markt für Krypto-basierte Prognoseplattformen verzeichnete 2025 ein starkes Wachstum. Die App-Installationen von Polymarket stiegen innerhalb eines Jahres um rund 1.200 Prozent. Das wöchentliche Handelsvolumen auf der Plattform sprang von etwa 500 Millionen auf nahezu 6 Milliarden US-Dollar.
Parallel dazu nimmt auch der Konkurrenzdruck zu. Die regulierte Prognosebörse Kalshi erreichte Ende 2025 einen Marktanteil von 42 Prozent und lag damit knapp vor Polymarket mit 41 Prozent. Der Kampf um Marktanteile im Prognosemarkt-Segment intensiviert sich damit deutlich.
Buterin ist in diesem Bereich kein Neuling. Bereits bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 erzielte er nach eigenen Angaben rund 58.000 US-Dollar Gewinn über Prognosemärkte. Er sieht diese Plattformen langfristig als eine Art „Technologie sozialer Erkenntnis“, die nicht nur Eliten, sondern allen Nutzern offenstehen sollte.
Kritik an Meme-Coin-Spekulation und Casino-Mentalität im Kryptomarkt
Trotz eigener Erfolge äußerte Buterin auch Kritik an der aktuellen Entwicklung der Kryptoindustrie. Zwar habe sich die Blockchain-Technologie technisch weiterentwickelt, doch viele Projekte hätten sich von den ursprünglichen Zielen entfernt. Statt nachhaltiger Anwendungen dominierten spekulative Meme-Coins und kurzfristige Trendthemen die Aufmerksamkeit.
Er warnte davor, dass der Kryptosektor zu stark in Richtung „Casino-Ökonomie“ abdriften könnte. Auch auf Prognoseplattformen nehme der Anteil kurzfristiger Wetten auf Preisbewegungen oder Sportereignisse deutlich zu.
Fokus auf reale Anwendungen und neue Stablecoin-Modelle
Als Gegenentwurf fordert Buterin mehr praxisnahe Blockchain-Anwendungen, etwa dezentrale Ride-Sharing-Modelle nach dem Vorbild von Uber. Zusätzlich sprach er sich für Stablecoins aus, die nicht an staatliche Währungen, sondern an Inflationsindikatoren wie den Verbraucherpreisindex (CPI) gekoppelt sind.
Darüber hinaus strebt er bis 2026 eine stärkere Rückkehr zu dezentralen sozialen Netzwerken an. Diese Aussagen könnten mittelfristig auch Auswirkungen auf das Ethereum-Ökosystem und die Entwicklung von ETH-basierten Anwendungen haben.
