Speziell wird Tether vorgeworfen, mehr Gold und Bitcoin in seine Reserven aufgenommen zu haben. Zudem soll das Unternehmen seine Exponierung gegenüber besicherten Krediten und Unternehmensanleihen erhöht haben.
Nach Angaben der Analysten von S&P macht Bitcoin 5,6 % des im Umlauf befindlichen USDT aus. Das würde bedeuten, dass die Reserve bei einem anhaltenden Wertverlust von BTC nicht in der Lage wäre, den Schock zu verkraften. Zur Erinnerung: Die Marktkapitalisierung von USDT liegt derzeit bei 184,5 Milliarden Dollar.
Typischerweise halten Stablecoins ihre Bindung dank Reserven aus hochliquiden Vermögenswerten – meistens kurzfristigen Staatsanleihen und Bargeld.
Eine Reserve von 116 Tonnen Gold
Die Reaktion auf die Herabstufung ließ bei Tether nicht lange auf sich warten. Auf X stellte Paolo Ardoino, CEO von Tether, die Validität dieser Art von Rating infrage. Seiner Meinung nach entsprechen die in der traditionellen Finanzwelt definierten Kriterien nicht unbedingt dem Funktionsmodell eines Unternehmens wie Tether.
to S&P regarding your Tether rating:
We wear your loathing with pride.
The classical rating models built for legacy financial institutions, historically led private and institutional investors to invest their wealth into companies that despite being attributed investment grade…
— Paolo Ardoino 🤖 (@paoloardoino) November 26, 2025
Vor allem sendet diese Herabstufung ein widersprüchliches Signal in Bezug auf die Performance von Tether. Das Unternehmen hat in diesem Jahr Rekordergebnisse erzielt. Zudem zeigte ein Bericht der Financial Times, dass Tether im letzten Quartal mehr Gold gekauft hat als die Zentralbanken. Insgesamt soll Tether inzwischen über 116 Tonnen Gold verfügen.
Es sei überraschend, dass die Garantiefähigkeit eines Unternehmens infrage gestellt werde, das 116 Tonnen Gold hält. Dennoch vertreten die S&P-Analysten die Ansicht, dass Gold keine geeignete Sicherheit ist, um die Bindung eines Stablecoins zu gewährleisten. Ein weiterer Faktor, der die Herabstufung von USDT motiviert haben dürfte, ist der Mangel an Transparenz bei Tether.
Tether bought more gold last quarter than every central bank. pic.twitter.com/zXN8D36CUW
— Sam Callahan (@samcallah) November 25, 2025
Das ewige Thema: Tethers fehlende Transparenz
Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Vorwurf gegen Tether erhoben wird. Der Rückzug aus dem US-Markt erfolgte bereits damals nach Anschuldigungen bezüglich unzureichender Besicherungspraktiken und mangelnder Transparenz. Aus diesem Grund hat Tether zuletzt einen neuen Stablecoin, den USAT, eingeführt, um den US-Markt zurückzuerobern.
Bezüglich der Transparenz hebt der S&P-Bericht hervor, dass Tether keine Informationen über die Solvenz seiner Verwahrstellen bereitgestellt habe. Ebenso seien keine Details zur Reservenverwaltung oder zu den Maßnahmen der Vermögenssegregation veröffentlicht worden.
