Solana erhöht erneut den Druck auf den On-Chain-Derivatemarkt. Anatoly Yakovenko, Mitgründer von Solana Labs, hat die Pläne für einen neuen Perpetual-DEX namens Percolator vorgestellt. Dieser ist darauf ausgelegt, die Architektur von Solana optimal zu nutzen und auf den Aufstieg konkurrierender Plattformen zu reagieren. Ziel ist es, in einem Segment wieder Boden gutzumachen, in dem zuletzt Hyperliquid und neuerdings Aster die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben.
Percolator: Eine technische und strategische Antwort
Percolator ist als Protokoll für Perpetual Contracts konzipiert, das in zwei On-Chain-Programme unterteilt ist:
- Router – Verwaltung von Sicherheiten, Portfoliomargen und Routing.
- Slab – betrieben von Liquiditätsanbietern, zuständig für Matching und Settlement.
Diese Trennung ermöglicht Parallelisierung und hohen Durchsatz – zwei zentrale Herausforderungen für DEXs im Futures Handel.
Die Wahl von Perpetuals ist kein Zufall: Diese endlos laufenden Verträge ziehen spekulative Trader an, die Hebel, Liquiditätstiefe und ein Nutzererlebnis ähnlich wie auf zentralisierten Börsen (CEX) suchen. Auf Solana besteht das Ziel darin, diese Erfahrung zu bieten, ohne bei Ausführung oder Finalität Abstriche zu machen – zwei traditionelle Stärken des Netzwerks.
Kurz gesagt: Percolator soll eine native Solana-Lösung schaffen, anstatt Kapitalflüsse an andere Netzwerke zu verlieren. Auch das Timing ist strategisch: Das öffentliche Repository auf GitHub setzt die Krypto-Community unter Zugzwang. Die Roadmap ist transparent, überprüfbar und offen für Beiträge. Durch die frühe Veröffentlichung der Architektur sendet Solana ein klares Signal an Market Maker und Wallet-Integratoren.
Krypto: Ein Markt mit harter Konkurrenz bei Perpetuals
Dass Solana in die Offensive geht, hat Gründe: Der Markt hat sich verschoben. Laut VanEck sicherte sich Hyperliquid im Juli 35 % der Blockchain-Einnahmen – auf Kosten von Solana, Ethereum und der BNB Chain. Möglich wurde dies durch ein einfaches, funktionales Produkt mit reibungsloser Ausführung. Diese Verschiebung zeigt, dass Nutzer mit hohem Handelsvolumen zu leistungsstarken Perp-DEXs abwandern.
Hyperliquid ruht sich nicht aus: Mit dem Upgrade HIP-3 wurde es möglich, dass Drittanbieter eigene Perpetual-Märkte eröffnen, vorausgesetzt, sie staken 500.000 HYPE-Token. Gleichzeitig wurden Risikobegrenzungen eingebaut. Diese Öffnung erweitert das Marktangebot, zieht neue Entwickler an und stärkt den Netzwerkeffekt, den Konkurrenten später kaum noch brechen können.
Im gleichen Umfeld hat Aster, ein Perp-DEX auf der BNB Chain, Hyperliquid laut Aggregatoren kurzzeitig im Tagesvolumen überholt. Nach methodischen Zweifeln wurde Aster jedoch von DeFiLlama entfernt, später wieder gelistet – allerdings mit Warnhinweisen. Die Botschaft ist klar: Rankings sind volatil, aber Datenqualität bleibt entscheidend.
In genau diesem Umfeld startet Percolator – auf einem Spielfeld, auf dem Wahrnehmung, Leistung und Transparenz über Erfolg entscheiden. Und als Randnotiz: MrBeast ist inzwischen in die Kryptowährung Aster investiert.


