Der Zahlungsriese PayPal hat am bekanntgegeben, dass immer mehr Händler in den USA Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren. Grundlage ist eine gemeinsame Studie mit der National Cryptocurrency Association (NCA) zur Nutzung von Krypto-Zahlungen im Handel. Die Ergebnisse zeigen klar: Krypto entwickelt sich vom Experiment zum relevanten Umsatzfaktor.
Kryptozahlungen erreichen relevanten Umsatzanteil im Handel
Laut der Untersuchung entfallen bei Händlern, die Kryptowährungen bereits integriert haben, rund 26 Prozent des Gesamtumsatzes auf Transaktionen mit digitalen Assets. Das deutet auf einen strukturellen Wandel im Zahlungsverhalten hin. Kryptowährungen werden nicht mehr nur testweise eingesetzt, sondern zunehmend als reguläre Zahlungsoption genutzt.
Insgesamt akzeptieren derzeit 39 Prozent der befragten US-Händler Kryptowährungen direkt am Point of Sale. Besonders auffällig ist die Zukunftserwartung: 84 Prozent der Teilnehmer gehen davon aus, dass Krypto-Zahlungen innerhalb der nächsten fünf Jahre zum Standard gehören werden.
Große Unternehmen führen bei der Krypto-Adoption
Die Verbreitung variiert deutlich nach Unternehmensgröße. Bei Konzernen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar akzeptieren bereits 50 Prozent digitale Währungen. Kleine und mittlere Unternehmen liegen mit 34 Prozent darunter, während mittelgroße Firmen eine Quote von 32 Prozent erreichen.
Bei den akzeptierten Coins dominieren etablierte Kryptowährungen wie Bitcoin. Gleichzeitig wächst die Nutzung von Ethereum, insbesondere wegen der Smart-Contract-Funktionen und der breiten Infrastruktur für digitale Anwendungen.
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Reise- und Hospitality-Branche an der Spitze
Nach Branchen betrachtet weist die Hospitality- und Reiseindustrie mit 81 Prozent die höchste Akzeptanzrate für Krypto-Zahlungen auf. Danach folgen Anbieter digitaler Güter und Games sowie spezialisierte Einzelhändler mit 76 Prozent. Der E-Commerce-Einzelhandel erreicht 69 Prozent.
Nach Angaben von PayPal-Vizepräsidentin May Zabaneh zeigen sowohl Nutzungsdaten als auch Kundengespräche, dass Kryptozahlungen die Testphase hinter sich gelassen haben und im Alltag angekommen sind. 88 Prozent der Händler berichten zudem von konkreten Kundenanfragen zu Krypto-Zahlungsoptionen.
Vorteile von Kryptowährungen im Zahlungsverkehr
Als wichtigste Gründe für die Einführung nennen Händler schnellere Transaktionen und die Gewinnung neuer Kundengruppen, jeweils mit einem Anteil von 45 Prozent der Antworten. Zusätzlich spielen verbesserte Sicherheitsfunktionen und ein höheres Maß an Privatsphäre für Verbraucher eine Rolle.
Zunehmend rücken auch Stablecoins wie USDT in den Fokus, da sie geringere Kursschwankungen aufweisen und sich daher besonders für Zahlungen eignen.
Technische Hürden bremsen weitere Verbreitung
Trotz wachsender Nachfrage bestehen weiterhin Hürden. Als größtes Problem nennen Händler die technische Komplexität der Infrastruktur. Rund 90 Prozent würden die Einführung von Krypto-Zahlungen in Erwägung ziehen, wenn die Einrichtung ähnlich einfach wäre wie bei klassischen Kreditkartensystemen.
Der NCA-Vorsitzende Stu Alderoty betont, dass nicht mangelndes Interesse das Kernproblem sei, sondern fehlendes Verständnis über die konkrete Rolle von Kryptowährungen im Zahlungsverkehr. Angesichts steigender Kundennachfrage stehen Unternehmen zunehmend unter Druck, ihre Zahlungsoptionen zu erweitern.
