Ex-NYC-Bürgermeister startet Meme-Coin – Anleger verlieren Millionen

Tranzparenz
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NYC Token Launch Drama

Der frühere New Yorker Bürgermeister Eric Adams hat seine eigene Kryptowährung mit dem Namen „NYC“ veröffentlicht. Der Token wurde auf der Solana-Blockchain ausgegeben und unmittelbar nach dem Start öffentlich beworben.

Doch nur wenige Minuten nach Handelsbeginn kam es zu einem massiven Kurseinbruch. Marktbeobachter und Blockchain-Analysten äußern nun den Verdacht auf mögliche Marktmanipulation.

NYC-Token verliert rasant an Wert

Rund zwölf Tage nach dem Ende seiner vierjährigen Amtszeit stellte Adams den NYC-Token bei einer Pressekonferenz am Times Square vor. Während seiner Zeit als Bürgermeister hatte er wiederholt betont, New York zur globalen Hauptstadt für Kryptowährungen machen zu wollen.

Laut Adams soll der Token Initiativen gegen Antisemitismus unterstützen und zur Förderung von Blockchain-Bildung beitragen. Kurz nach dem Handelsstart schoss der Preis des NYC-Tokens auf bis zu 0,58 US-Dollar nach oben. Die Marktkapitalisierung wurde zeitweise auf 540 bis 600 Millionen US-Dollar geschätzt.

Innerhalb weniger Minuten folgte jedoch ein drastischer Absturz auf rund 0,13 US-Dollar. In der Folge fiel die Marktkapitalisierung unter die Marke von 100 Millionen US-Dollar, was bei zahlreichen Anlegern zu erheblichen Verlusten führte.

Verdacht auf Liquiditätsmanipulation durch Entwickler-Wallets

Das Blockchain-Analyseunternehmen Bubblemaps machte auf auffällige Transaktionen aufmerksam, die mit Krypto Wallets in Verbindung zum Token-Emittenten stehen sollen.

Ein Wallet mit der Kennung „9Ty4M“ stellte auf der dezentralen Börse Meteora einseitig Liquidität bereit. Beim Preishoch wurden demnach rund 2,5 Millionen US-Dollar in USDC abgezogen. Nachdem der Kurs um mehr als 60 Prozent gefallen war, flossen etwa 1,5 Millionen US-Dollar erneut in den Pool zurück. Der Verbleib der restlichen Mittel bleibt bislang ungeklärt.

Zusätzlich zeigt die On-Chain-Analyse eine extreme Konzentration der Token-Bestände. Die fünf größten Wallets kontrollieren rund 92 Prozent des gesamten Angebots, wobei ein einzelnes Wallet etwa 70 Prozent hält. Schon geringe Verkaufsvolumina können dadurch massive Kurseinbrüche auslösen.

Hohe Verluste bei Privatanlegern

Die starke Volatilität traf vor allem Privatanleger. Daten von Solscan zeigen, dass ein Wallet Token im Wert von rund 745.000 USDC kaufte und weniger als 20 Minuten später mit einem Verlust von etwa 473.000 US-Dollar wieder verkaufte.

Auch auf der Plattform X blieb die Entwicklung nicht unbemerkt. Unter Werbeposts von Eric Adams erschien zeitweise ein Community-Hinweis mit einer Warnung vor einem möglichen „Rug Pull“, also einem Exit-Betrug.

Das Projektteam erklärte, ein Partner habe eine notwendige Neugewichtung der Liquidität vorgenommen. Konkrete Angaben zu den Kapitalbewegungen wurden jedoch nicht veröffentlicht. Der Bubblemaps-Gründer Nicolas Vaiman bezeichnete die Vorgänge als „klaren Rug Pull“ und geht davon aus, dass Entwickler rund eine Million US-Dollar Gewinn erzielt haben könnten.

Prominente Krypto-Projekte bleiben risikobehaftet

Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Zahl von Krypto-Projekten ein, die mit prominenten Namen verbunden sind und kurz nach dem Start für Verluste und Kontroversen sorgen. Experten mahnen Anleger, insbesondere bei neu gestarteten Tokens auf Transparenz, Token-Verteilung und Liquiditätsmechanismen zu achten.

By Jannick Habicht

Jannick Habicht ist ein leidenschaftlicher Krypto-Journalist und Content Creator, der sich auf aktuelle Nachrichten, Marktanalysen und Hintergrundberichte aus der Welt der digitalen Assets spezialisiert hat. Mit einem scharfen Blick für Trends und einem tiefen Verständnis der Blockchain-Technologie vermittelt er komplexe Themen verständlich und fundiert. Seine Artikel verbinden journalistische Sorgfalt mit praxisnahen Einblicken, von Bitcoin und Ethereum bis hin zu aufstrebenden Altcoins.