Der Krypto-Kustodian BitGo hat am 12. Januar offiziell einen Antrag auf einen Börsengang bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereicht. Mit dem geplanten Initial Public Offering (IPO) will das Unternehmen bis zu 201 Millionen US-Dollar einsammeln.
Die angestrebte Marktbewertung liegt bei rund 1,85 Milliarden US-Dollar. BitGo beantragte die Notierung an der New York Stock Exchange, wo die Aktie unter dem Tickersymbol „BTGO“ gehandelt werden soll.
Im Rahmen des Börsengangs sollen insgesamt 11.821.595 Aktien der Klasse A angeboten werden. Rund 11 Millionen dieser Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung durch BitGo selbst, während etwa 821.595 Aktien von bestehenden Anteilseignern verkauft werden.
BitGo has filed to raise $201 million in an IPO targeting a $1.85 billion valuation pic.twitter.com/XyHn5ALsHX
— Max Avery (@realMaxAvery) January 12, 2026
Fokus auf institutionelle Krypto-Infrastruktur treibt Wachstum
BitGo wurde 2013 gegründet und unterscheidet sich bewusst von klassischen Krypto-Börsen. Das Unternehmen konzentriert sich ausschließlich auf digitale Infrastruktur für institutionelle Investoren und bietet unter anderem selbstverwaltete Wallet-Lösungen sowie regulierungskonforme Treuhand- und Verwahrdienste an.
Laut den bei der SEC eingereichten Unterlagen verwaltet BitGo aktuell digitale Vermögenswerte im Wert von rund 90 Milliarden US-Dollar für mehr als 1,14 Millionen Kunden. Die Nachfrage nach sicherer Verwahrung großer Kryptowährungen wie Ethereum hat zuletzt deutlich zugenommen.
Starkes Umsatzwachstum und regulatorische Anerkennung als Wettbewerbsvorteil
Die Finanzkennzahlen unterstreichen die zunehmende Bedeutung von Krypto-Infrastruktur für institutionelle Marktteilnehmer. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 erzielte BitGo einen Umsatz von rund 10 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,9 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Auch der Nettogewinn stieg von 21,2 Millionen auf 35,3 Millionen US-Dollar. Damit festigt das Unternehmen seine nachhaltige Profitabilität in einem ansonsten volatilen Marktumfeld.
Ein zentraler Differenzierungsfaktor ist der regulatorische Fokus. BitGo unterstützt Vermögensverwalter und Banken dabei, Kapital rechtskonform auf der Blockchain einzusetzen. Im Dezember 2025 erhielt das Unternehmen eine bedingte Genehmigung als nationale Bank von der Office of the Comptroller of the Currency und gehört damit zu den wenigen Krypto-Unternehmen, die innerhalb des US-Finanzsystems operieren dürfen.
Top-Banken begleiten den Börsengang
Als Konsortialführer des IPOs treten Goldman Sachs und Citigroup auf. Zudem sind Deutsche Bank und Mizuho Securities beteiligt, was auf ein hohes Interesse institutioneller Investoren hindeutet.
BitGo-Gründer Mike Belshe plant, über stimmberechtigte Aktien weiterhin die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten.
Der IPO-Antrag von BitGo gilt als weiteres Signal dafür, dass Krypto-Infrastruktur-Anbieter zunehmend Akzeptanz an den traditionellen Kapitalmärkten finden. Branchenbeobachter erwarten dadurch mehr Transparenz, stärkere regulatorische Integration und eine Beschleunigung von Partnerschaften zwischen Krypto- und Finanzinstituten.
