Nach mehreren Wochen deutlicher Rückgänge mehren sich die Anzeichen, dass Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und zahlreiche Altcoins in eine bärische Phase eintreten könnten. Einige Analysten sehen Parallelen zu den Anfängen früherer Bärenmärkte.
Technische Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich Bitcoin einem möglichen Zyklushoch nähert. Ein Blick auf die historischen Muster der Jahre 2012 und 2016 zeigt eine erstaunliche Regelmäßigkeit: Nach jedem Halving erreichte der Kurs in der Regel zwischen 518 und 580 Tagen später sein Hoch.
Seit dem letzten Halving im Jahr 2024 befindet sich der Markt genau in diesem Zeitfenster, in dem sich die Tops der vergangenen Zyklen traditionell gebildet haben. Die Frage ist nun: Wiederholt sich die Geschichte – oder beginnt ein völlig neues Kapitel?
Makrodaten bleiben ohne Wirkung
Trotz vermeintlich positiver Impulse – wie dem Handelsabkommen mit China oder der Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) um 25 Basispunkte – reagiert der Kryptomarkt kaum. Die Preise bleiben unter Druck, während die Anlegerstimmung zunehmend pessimistisch wird.
Analysten sprechen von einem möglichen strukturellen Ermüdungseffekt. Wenn selbst starke makroökonomische Rückenwinde nicht mehr ausreichen, um eine Rallye auszulösen, könnte dies darauf hindeuten, dass der Bullenmarkt bereits hinter uns liegt.
‘WE HAVE A DEAL’: President Trump agrees to cut China tariffs after a high-stakes South Korean summit with China’s President Xi.
Trump says China pledges to start buying U.S. soybeans and farm goods immediately — and to work “very hard” to stop fentanyl from reaching the U.S.… pic.twitter.com/EC2AyrTJgt
— Fox News (@FoxNews) October 30, 2025
Der Vergleich mit 2019 verstärkt diese Sorge in der Bitcoin Kurs Prognose: Damals fiel der Bitcoin-Kurs um 35 %, nachdem die Fed ihr Programm der quantitativen Straffung (QT) beendete – ein Szenario, das viele Investoren nun erneut fürchten. Nach der jüngsten FOMC-Pressekonferenz von Jerome Powell herrscht zudem Unsicherheit über die künftige Geldpolitik.
In den 24 Stunden nach der Zinssenkung wurden über 1,1 Milliarden US-Dollar an Positionen liquidiert. Der Bitcoin Preis fiel daraufhin unter 107.000 US-Dollar und durchbrach seine 200-Tage-EMA, eine als kritisch geltende Unterstützungslinie.
Privatanleger wenden sich vom Markt ab
Die Stimmung im Kryptomarkt spricht eine klare Sprache: Furcht dominiert, und das Interesse privater Anleger nimmt rapide ab. Handelsvolumen sinken, Online-Foren sind kaum aktiv, und die Google-Suchanfragen nach Bitcoin erreichen Mehrjahrestiefs. Dieser schwindende Enthusiasmus ist ein typisches Vorzeichen eines beginnenden Bärenmarkts. Selbst positive Nachrichten oder starke makroökonomische Impulse scheinen die Marktteilnehmer nicht mehr zu motivieren.
Zudem zeigt sich ein Rückgang der Kapitalzuflüsse auf Kryptobörsen. Neue Wallets werden seltener eröffnet, Marketingkampagnen der Exchanges verlieren an Wirkung, und selbst bekannte Krypto-Influencer kämpfen um Reichweite. Der Markt wirkt, als befände er sich in einer Phase der Hibernation.
Technische Indikatoren senden klare Warnsignale
Die jüngste Kursentwicklung deutet auf ein bärisches MACD-Crossover hin – ein technisches Muster, das in der Vergangenheit oft das Ende von Bitcoin-Bullenmärkten markierte. Das Signal wurde aktiviert, als der MACD-Indikator unter seine Signallinie fiel – ein klassisches Anzeichen für eine Trendwende.
Bemerkenswert: In den Jahren 2017 und 2021 trat dieses Signal ebenfalls kurz vor den Zyklusspitzen auf. Zudem zeigt die 3-Wochen-Chartanalyse nun ein bearishes Engulfing-Muster, das ebenfalls an die Tops jener Jahre erinnert.
Und doch bleibt ein Funken Hoffnung: Jeder Marktzyklus verläuft anders. Ein plötzlicher Interessenaufschwung bei Altcoins oder ein neuer Katalysator könnte die Stimmung drehen. Noch ist nicht alles verloren – aber der Markt steht am Scheideweg.

