Ein spürbarer Rückgang der Bitcoin-Hashrate Mitte Dezember hat eine Debatte über den Zustand des Mining-Sektors und mögliche Marktfolgen ausgelöst. Nach Daten von VanEck sank die globale Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks in den 30 Tagen bis zum 15. Dezember um rund 4 Prozent. Analysten des Vermögensverwalters werten diesen Einbruch als Zeichen einer zunehmenden Miner-Kapitulation, die in der Vergangenheit häufig mit positiven Ertragsphasen für Bitcoin zusammenfiel.
Laut einer aktuellen Analyse von VanEck ist eine anhaltende Schwäche der Hashrate historisch gesehen ein konträres, tendenziell positives Signal. Seit 2014 erzielte Bitcoin in 65 Prozent der Fälle innerhalb von 90 Tagen positive Renditen, wenn die Hashrate im Vormonat gefallen war. Bei steigender Hashrate lag dieser Wert bei 54 Prozent.
Historische Daten zeigen Muster bei Erholungsphasen
Das Muster setzt sich auch bei längeren Zeiträumen fort. Bei negativer 90-Tage-Hashrate-Entwicklung folgten laut VanEck in 77 Prozent der Fälle positive Bitcoin-Renditen über 180 Tage, mit einer durchschnittlichen Wertentwicklung von rund 72 Prozent. Diese Entwicklung übertraf Phasen mit wachsender Hashrate deutlich, bei denen nur 61 Prozent der Zeiträume positiv ausfielen.
Für Miner könnte eine Marktstabilisierung oder -erholung spürbare Entlastung bringen. Steigende Kurse erhöhen in der Regel die Profitabilität und können dazu führen, dass zuvor abgeschaltete Anlagen wieder ans Netz gehen. Derzeit notiert Bitcoin laut CoinGecko bei rund 88.300 US-Dollar und damit fast 30 Prozent unter dem Allzeithoch von Anfang Oktober.
VanEck: Bitcoin Hashrate Drop May Signal Stronger Returns Ahead
Bitcoin’s hashrate fell 4% over the past month, a move that @vaneck_us analysts say has historically acted as a bullish contrarian signal for $BTC prices, according to @Cointelegraph.
VanEck noted that miner… pic.twitter.com/EvKO9iqxmd
— ME (@MetaEraHK) December 23, 2025
Steigende Kosten belasten Mining-Unternehmen
Parallel zur sinkenden Hashrate geraten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Miner weiter unter Druck. VanEck verweist auf einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftlichkeit gängiger Mining-Hardware. Der Strompreis, bei dem ein Bitmain S19 XP aus dem Jahr 2022 kostendeckend arbeitet, fiel seit Dezember 2024 um etwa 36 Prozent auf rund 0,077 US-Dollar pro Kilowattstunde. Dies unterstreicht die angespannte Lage vieler Betreiber angesichts hoher Energiekosten und geringerer Einnahmen.
Als wesentlichen Treiber für den jüngsten Hashrate-Rückgang nennen die Analysten die Abschaltung von rund 1,3 Gigawatt Mining-Kapazität in China. Ein Teil dieser Energie könnte künftig in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz fließen, was langfristig bis zu 10 Prozent der Bitcoin-Hashrate betreffen könnte.
Staatliche Unterstützung bleibt ein Faktor
Trotz der Herausforderungen zieht sich nicht jeder Staat aus dem Mining-Sektor zurück. VanEck schätzt, dass inzwischen bis zu 13 Länder Bitcoin-Mining aktiv unterstützen oder tolerieren, darunter Russland, Frankreich, Bhutan, Iran, El Salvador, die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan. Diese staatliche Beteiligung könnte dazu beitragen, die geografische Verteilung des Minings weiter zu verändern und die Widerstandsfähigkeit des Netzwerks zu erhöhen.
Insgesamt zeigt die aktuelle Entwicklung, wie eng technische Kennzahlen, Energiepolitik und Marktzyklen im Bitcoin-Ökosystem miteinander verknüpft sind.
