Einer der bekanntesten frühen Großinvestoren im Bitcoin-Ökosystem hat seine komplette Position verkauft: Owen Gunden liquidierte rund 11.000 BTC im Wert von etwa 1,3 Milliarden US-Dollar. Die letzten 2.499 BTC transferierte er auf die Börse Kraken – eine finale Transaktion im Wert von 228 Millionen Dollar, die eine über zehn Jahre aufgebaute Position abschließt.
On-Chain-Daten von Arkham zeigen, dass Gunden bereits seit dem 21. Oktober schrittweise verkauft hat. Seine Bezeichnung als „OG-Wal“ ist zutreffend. Er gehört zu den ältesten bekannten Großhaltern von Bitcoin und bleibt trotz seiner Verkäufe mit einem verbleibenden Vermögen von über 500 Millionen Dollar eine der reichsten identifizierten Krypto-Personen.
Gundens Hintergrund ist eng mit der Frühgeschichte von Bitcoin verknüpft. Als Arbitrageur auf inzwischen verschwundenen Plattformen wie Mt. Gox sammelte er zehntausende BTC zu Zeiten, in denen ein Bitcoin weniger kostete als ein günstiges Smartphone. Dass ein solches Urgestein seine Coins auf eine zentralisierte Krypto-Börse verschiebt, wirkt wie ein Kapitelabschluss. Ob er lediglich Gewinne mitnimmt, sein Vermögen absichert oder auf einen stärkeren bärischen Zyklus setzt, bleibt unklar – doch die Symbolkraft seines Ausstiegs ist erheblich.
Steht der Bitcoin–Markt am Tiefpunkt seines Zyklus?
Der Verkauf fällt in eine Phase, in der mehrere Indikatoren ein stark belastetes Marktumfeld beschreiben. Der Bull Score von CryptoQuant fiel auf 20/100 – eine Zone, die für diesen Zyklus als extrem bärisch gilt. Das aggregierte Marktsentiment ähnelt typischen Endphasen eines Bullruns oder der Übergangszeit in einen längeren Bärenmarkt.
Gleichzeitig zeigen die Kapitalflüsse ein weiteres Bild der Unsicherheit. Die US-Spot-Bitcoin-ETF verzeichneten allein im November rund 2,8 Milliarden Dollar Abflüsse, was darauf hindeutet, dass viele Anleger ihr Risiko reduzieren. Zusammen mit dem gut sichtbaren Abverkauf des Whales Gunden entsteht ein Szenario, das Spekulationen über eine mögliche Verlängerung der Korrekturphase anheizt.
Institutional share of ETF holdings has increased to 40%! #Bitcoin pic.twitter.com/1StRcE2qgW
— Root 🥕 (@therationalroot) November 19, 2025
Trotzdem interpretieren manche Analysten die Lage als harte, aber typische Pause eines laufenden bullischen Zyklus und nicht als endgültige Kapitulation. On-Chain-Analysen und Daten zu Leverage und Marktstruktur deuten eher auf zyklische Erschöpfung als auf einen finalen Trendwechsel hin. Wie so oft bei Bitcoin verschwimmt die Grenze zwischen Angstphase und natürlicher Marktatmung.
Institutionen bauen trotz Turbulenzen ihre Positionen aus
Interessanterweise erfolgt Gundens Ausstieg in einer Phase, in der Institutionen mehr Bitcoin halten als jemals zuvor – allerdings indirekt über ETF. Laut den aktuellen 13-F-Meldungen liegt der institutionelle Anteil an US-Spot-Bitcoin-ETF inzwischen bei rund 40 % der gesamten Bestände. Im zweiten Quartal 2024 waren es noch 27 % und etwa 1.119 professionelle Akteure, die über diese Produkte investiert waren.

