Die US-Senatoren Elizabeth Warren und Jack Reed haben am 18. des Monats eine formelle Anfrage an das Finanzministerium und das Justizministerium gestellt. Darin fordern sie eine Untersuchung der mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten rund um das von der Trump-Familie unterstützte Krypto-Projekt World Liberty Financial (WLF).
Laut einem Bericht von CNBC äußerten Warren und Reed ernste Bedenken über die tatsächlichen Betriebsstrukturen des Projekts. Konkret geht es um den Verdacht, dass der hauseigene Token WLFI an Personen oder Organisationen verkauft worden sein könnte, die auf US-Sanktionslisten stehen.
Vorwürfe: Sanktionsumgehung, AML-Mängel und nationale Sicherheitsrisiken
Die Anschuldigungen stützen sich auf Blockchain-Analysen der Watchdog-Organisation Accountable.US. Demnach sollen unter den WLFI-Käufern Akteure gewesen sein, die Verbindungen zu sanktionierten Staaten oder hochriskanten Netzwerken aufweisen.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werfen die Senatoren dem Projekt erhebliche Defizite bei Anti-Geldwäsche-Kontrollen (AML) sowie bei der Einhaltung von Sanktionsvorschriften vor. Diese Bedenken werden auch in dem offiziellen Schreiben an die Behörden hervorgehoben. Darüber hinaus warnen Warren und Reed vor einem erhöhten Risiko für Kryptobetrug, das aus der mangelnden Transparenz des Projekts resultiere.
Brisant wird der Fall zusätzlich, weil zu den Mitbegründern von WLF Eric Trump und Donald Trump Jr. gehören. Unternehmen im Umfeld der Trump-Familie sollen demnach Anspruch auf 75 Prozent der Token-Verkaufserlöse haben – ein Modell, das die Senatoren als potenziellen Interessenkonflikt kritisieren, da es Gewinne gegenüber Compliance-Standards priorisieren könnte.
Projekt weist alle Vorwürfe zurück
Ein Sprecher von World Liberty Financial wies sämtliche Beschuldigungen zurück. Alle Käufer müssten strenge Identitätsprüfungen und AML-Checks durchlaufen, heißt es. Zudem seien Kaufanfragen im Umfang von mehreren Millionen Dollar abgewiesen worden, weil diese die internen Prüfprozesse nicht bestanden hatten.
Politischer Kontext und weitere Verwicklungen
Die Untersuchung fordert das Finanz- und Justizministerium zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Kongress intensiv über eine umfassende Regulierung des Kryptomarkts debattiert. Parallel sorgt ein weiterer Fall für Aufmerksamkeit: Die SEC-Klage gegen Justin Sun, der Berichten zufolge 75 Millionen Dollar in WLF investiert haben soll, wurde vorübergehend ausgesetzt. Die Vorgänge verstärken die politische und mediale Aufmerksamkeit rund um das Projekt. Die Senatoren verlangen von den beteiligten Behörden eine Rückmeldung zum Stand der Überprüfung bis spätestens 1. Dezember 2025.

