Frankreich will digitalen Euro stoppen – Stablecoins und Bitcoin im Aufwind

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Paris – Der Streit um das digitale Geld erreicht nun die politische Bühne. Eine neue parlamentarische Resolution in Frankreich will den Weg für den digitalen Euro (CBDC) blockieren, Stablecoins fördern – und zugleich Bitcoin wieder in die strategische Debatte bringen. Der Schritt ist politisch, monetär und geopolitisch bedeutsam.

Eine Resolution, die Europas Linie herausfordert

Am 22. Oktober 2025 hat Éric Ciotti eine europäische Resolution (Nr. 1984) in der Assemblée nationale eingereicht. Sie fordert, den digitalen Euro der Europäischen Zentralbank zu untersagen und stattdessen Stablecoins auf Euro-Basis sowie Investitionen in Krypto-Assets zu fördern.

Der Text wurde an den Europaausschuss des französischen Parlaments verwiesen. Auch wenn er noch keine Gesetzeskraft hat, sendet er ein deutliches Signal an die Regierung und die Finanzaufsicht: Frankreich will die Richtung in der Krypto-Regulierung neu bestimmen.

Crypto vs Europe

Die Motion markiert eine klare Kursänderung. Paris soll sich in Brüssel für einen eigenen aufsichtsrechtlichen Rahmen für Krypto-Expositionen einsetzen, der vom Basel-Standard 2022 abweicht. Ziel ist es, Banken und Finanzinstitutionen zu ermöglichen, digitale Vermögenswerte als Sicherheiten zu nutzen.

Bemerkenswert: Die Resolution verweist explizit auf die US-GENIUS-Gesetzgebung – ein Zeichen dafür, dass Europa nicht länger das alleinige Regelungsmonopol besitzt und die digitale Wettbewerbsfähigkeit auch von der Offenheit gegenüber Krypto-Innovationen abhängt. Frankreich will hier nicht länger reagieren, sondern gestalten.

Warum Stablecoins statt digitalem Euro?

Kritiker der US-GENIUS-Act hatten vor einer schleichenden „Dollarisation“ durch Stablecoins gewarnt. Frankreich verfolgt dagegen das Ziel, Euro-Stablecoins zu fördern, die unter französischem Recht stehen und durch nationale Aufsicht kontrolliert werden. So soll verhindert werden, dass sich die digitale Wirtschaft der Zukunft in US-Dollar-basierten Token abwickelt.

Es handelt sich dabei um Geldpolitik mit neuen Mitteln – ein Versuch, die Souveränität des Euro-Raums im digitalen Zeitalter zu sichern.

Und wo steht Bitcoin?

Die Resolution fordert keinen direkten Bitcoin-Kauf durch den Staat, doch rund um die Initiative wurde die Idee einer nationalen Bitcoin-Reserve laut – im Umfang von 2 % der Gesamtmenge. Offiziell steht das nicht im Text, doch die Debatte gewinnt an Fahrt: Sollte Frankreich einen Teil seiner Reserven in „digitalem Gold“ halten, so wie andere Länder Goldbarren in Tresoren lagern?

Diese Diskussion erhält zusätzlichen Auftrieb durch die US-GENIUS-Gesetzgebung vom 18. Juli 2025, die Stablecoin-Emittenten reguliert und gleichzeitig die Idee eines digitalen Dollars der Federal Reserve beerdigt hat. Die Botschaft aus Washington ist eindeutig: Regulierter Privatsektor statt staatlicher CBDC.

Energie, Innovation und geopolitische Strategie

Die Folgen sind weitreichend. Banken und lizenzierte Nichtbanken dürfen in den USA künftig Stablecoins mit streng überwachten Reserven herausgeben – ein Modell, das Frankreich offenbar teilweise übernehmen möchte, um Talente und Kapital anzuziehen.

Auch die Energiepolitik spielt in die Debatte hinein. Im August brachten französische Abgeordnete den Vorschlag ein, überschüssige Energie aus dem Atompark zum Bitcoin-Mining zu nutzen. Die Idee: ungenutzte Megawatt in liquide, rund um die Uhr handelbare Vermögenswerte zu verwandeln.

International wächst der Trend zu staatlichen Krypto-Reserven – von Pilotprojekten in Zentralasien bis zu konkreten Ansätzen im Königreich Bhutan. Sollte sich dieser Trend beschleunigen, könnte günstige, CO₂-arme Energie zum entscheidenden geopolitischen Vorteil werden. Frankreich hätte die industrielle Infrastruktur bereits heute – es müsste sie nur aktiv einsetzen.

By Jannick Habicht

Jannick Habicht ist ein leidenschaftlicher Krypto-Journalist und Content Creator, der sich auf aktuelle Nachrichten, Marktanalysen und Hintergrundberichte aus der Welt der digitalen Assets spezialisiert hat. Mit einem scharfen Blick für Trends und einem tiefen Verständnis der Blockchain-Technologie vermittelt er komplexe Themen verständlich und fundiert. Seine Artikel verbinden journalistische Sorgfalt mit praxisnahen Einblicken, von Bitcoin und Ethereum bis hin zu aufstrebenden Altcoins.