- Larry Fink warnt vor einer globalen Flucht in „Angst-Assets“ wie Bitcoin und Gold.
- Der steigende Schuldenberg der USA übertrifft bald Italien und Griechenland.
- Institutionelle Investoren beginnen, sich auf Bitcoin als Absicherung vorzubereiten.
Die Welt der Finanzen steht vor einer tektonischen Verschiebung. Während Regierungen ihre Schulden immer weiter ausweiten, suchen Anleger verzweifelt nach sicheren Häfen. BlackRock-Chef Larry Fink nennt Krypto und Gold „Assets der Angst“ – und trifft damit einen Nerv, der weit über die Finanzmärkte hinaus spürbar ist.
Flucht in die „Assets der Angst“
BlackRock-CEO Larry Fink hat auf der Future Investment Initiative in Riad deutliche Worte gefunden. Er bezeichnete Kryptowährungen und Gold als „Assets of Fear“ – Vermögenswerte, die Menschen aus Angst vor Geldentwertung und finanzieller Unsicherheit halten. Seine Worte fallen in eine Zeit, in der das Vertrauen in traditionelle Finanzsysteme schwindet und Anleger zunehmend in alternative Märkte ausweichen.
Fink betonte, dass viele Investoren sich bedroht fühlen – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch physisch. „Man besitzt diese Assets, weil man Angst hat“, sagte er laut Bloomberg. „Angst vor der Entwertung, Angst um die finanzielle Sicherheit.“ Damit setzt Fink ein deutliches Zeichen: Angst wird zum zentralen Motor des Investitionsverhaltens.
Amerikas Schuldenlawine als Warnsignal
Laut aktuellen Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die US-Schuldenquote bis 2030 auf über 143 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Damit übertrifft sie erstmals in diesem Jahrhundert Länder wie Italien und Griechenland. Die Defizite sollen laut IWF jährlich über sieben Prozent bleiben – ein historisch hoher Wert für die größte Volkswirtschaft der Welt.
Diese Entwicklung alarmiert Finanzmärkte und Anleger gleichermaßen. Der Schuldenberg gilt als eines der größten Risiken für die Stabilität des globalen Systems. Während die USA weiterhin auf expansive Fiskalpolitik setzen, wächst die Sorge vor einer unkontrollierten Entwertung des Dollars – und genau hier setzt Finks Beobachtung an.
Bitcoin als neue Absicherung
Fabian Dori, Chief Investment Officer der Sygnum Bank, erklärte, dass der sogenannte „Debasement Trade“ – also der Wechsel von Papiergeld zu harten Assets – an Dynamik gewinnt. Anleger suchten zunehmend Schutz vor der abnehmenden Kaufkraft ihrer Währungen. Besonders der Dollar stehe im Zentrum der Kritik, da seine expansive Geldpolitik langfristig Vertrauen koste.
Dori sieht in BTC ein mögliches Absicherungsinstrument, warnt jedoch vor der hohen Volatilität. „Die 24/7-Bewegungen im Kryptomarkt verlangen neue Systeme für Liquidität und Risiko“, sagte er. Viele Banken seien darauf noch nicht vorbereitet, weshalb die Einführung institutioneller Krypto-Infrastrukturen nur langsam voranschreite.
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Vom Krypto-Skeptiker zum Befürworter
Larry Fink selbst hat eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen. 2017 bezeichnete er Bitcoin noch als „Werkzeug für Geldwäscher und Kriminelle“. Heute nennt er sich einen „großen Gläubigen“ und sieht in Krypto ein Anlageinstrument für unsichere Zeiten. In einem Interview mit CBS erklärte er: „Krypto hat seinen Platz, genau wie Gold – es ist eine Alternative.“
Mit BlackRock verwaltet Fink rund 12,5 Billionen US-Dollar und betreibt mit dem iShares Bitcoin Trust den weltweit größten Krypto-ETF. Dessen Volumen beträgt rund 93,9 Milliarden US-Dollar. Seine Worte haben damit Gewicht – sie beeinflussen nicht nur Investoren, sondern auch politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger.
Zwischen Risiko und Revolution
Kryptoanalyst Nic Puckrin vom Coin Bureau erinnert daran, dass Bitcoin ursprünglich als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 entstand – als „Asset der Angst“. Heute habe sich der Markt jedoch verändert. „Bitcoin ist zu einer Wette auf die Zukunft der Blockchain geworden – auf ein grenzenloses Finanzsystem jenseits der Banken.“
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Dennoch bleibt Unsicherheit. Laut der Prognoseplattform Myriad glauben viele Nutzer, dass Bitcoin Gold in diesem Jahr nicht übertreffen wird. Dori sieht jedoch klare Fortschritte: US-Behörden prüfen strategische Krypto-Reserven, institutionelle Investoren nutzen Bitcoin als Sicherheiten, und die CME bereitet den Handel mit 24/7-Krypto-Derivaten vor. Die Puzzleteile beginnen sich zu fügen – doch der Markt bleibt nervös.
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