Richard Teng, CEO von Binance, verdichtet die Rolle von Bitcoin in einer Formel: „globale makroökonomische Konversation“. Für ihn ist die Kryptowährung längst kein rein technisches Nischen-Asset mehr. Stattdessen bewegt sich Bitcoin im Takt von Liquidität, Kreditbedingungen und Zinsen, die das gesamte Finanzsystem prägen.
Bitcoin als Makro-Asset
Nach Tengs Analyse ist der Preis von Bitcoin nicht mehr nur durch interne Krypto-Narrative bestimmt. Vielmehr hängt seine Entwicklung von den Kapitalströmen ab, die durch die globalen Finanzmärkte fließen. Die Folge: Wer Bitcoin verstehen will, muss ihn durch eine makroökonomische Linse betrachten.
Auf den Märkten zeigt sich diese Verschiebung bereits. Liquidität verlagert sich auf stärker regulierte Handelsplattformen, die Orderbücher gewinnen an Tiefe, und institutionelles Kapital fließt vermehrt ein. Diese Faktoren verbessern die Handelsbedingungen und verankern Bitcoin stärker in einer makroökonomischen Logik.
#Bitcoin has moved beyond being just a digital asset.
Today, it’s a global macro conversation.
— Richard Teng (@_RichardTeng) September 16, 2025
Globale Liquidität als Taktgeber
Die weltweite Liquidität umfasst Bilanzen der Zentralbanken, Repo-Geschäfte, Sicherheiten und Kredite. Studien von CrossBorder Capital zeigen, dass der letzte Zyklustiefpunkt Ende 2022 erreicht war. Seitdem steigt die Liquidität wieder, ein Trend, der sich auch 2025 fortsetzt und risikobehaftete Assets wie Bitcoin stützt.
Trader achten dabei auf kurzfristige Indikatoren: den Verlauf der finanziellen Rahmenbedingungen, den Kurs im Verhältnis zur 200-Tage-Linie oder die zunehmende Tiefe der Orderbücher. Diese Parameter spiegeln die globale Geldversorgung wider und liefern Hinweise auf Marktbewegungen.
Proof of Reserves: Binance zeigt Reservestärke
Binance veröffentlicht regelmäßig Nachweise seiner Reserven. Am 1. August 2025 hielt die Börse rund 608.639 BTC, während die Kundenbestände 591.163 BTC betrugen – ein Deckungsgrad von 102,96 %. Damit besitzt Binance mehr Bitcoin, als zur Absicherung der Nutzer nötig wäre.
Auch bei anderen Assets weist Binance Überdeckung auf: ETH mit 100,67 %, USDT mit 102,27 % und BNB mit 111,74 %. Dennoch bleibt zu betonen, dass ein Proof of Reserves kein vollständiges Audit ersetzt. Nach dem Kollaps von FTX hatte der Wirtschaftsprüfer Mazars diese Praxis als unzureichend eingestuft. Zwar steigt die Transparenz, doch bestehen weiterhin Grenzen.
Bitcoin im Zyklus der Geldpolitik
Für Teng ist klar: Wer Bitcoin analysiert, muss die Finanzkonditionen weltweit im Blick behalten. Ein Liquiditätsausbau im Jahr 2025 könnte risikoreiche Anlagen stützen, während eine Straffung die Risikobereitschaft mindern und höhere Prämien erfordern würde.
Die Botschaft des Binance-CEO ist eindeutig: Bitcoin ist im globalen Finanzsystem angekommen und folgt denselben makroökonomischen Strömungen wie klassische Märkte.

