Stablecoin-Regulierung in Südkorea verzögert sich – Banken und Fintechs im Fokus

Tranzparenz
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South Korea Stablecoins

Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde Financial Services Commission (FSC) hat am 10. Dezember bekannt gegeben, dass sie die Vorlage eines Gesetzesentwurfs zur Regulierung von won-gedeckten Stablecoins verschoben hat. Damit verpasst die Behörde die von der Regierung gesetzte Frist und verschärft zugleich den bestehenden Konflikt mit der Zentralbank des Landes.

Verzögerung durch Abstimmungsprobleme mit der Zentralbank

Die FSC konnte den geplanten Regulierungsrahmen nicht bis zum 10. Dezember einreichen. Laut einem Sprecher der Behörde sei zusätzlicher Abstimmungsbedarf mit beteiligten Institutionen notwendig. Man wolle eine übereilte Gesetzesinitiative vermeiden und den Entwurf erst dann im Parlament einbringen, wenn dieser zeitgleich auch der Öffentlichkeit vollständig zugänglich gemacht werden könne. Ziel sei es, Transparenz und Nachvollziehbarkeit sicherzustellen.

Ursprünglich hatte die regierende Demokratische Partei Koreas auf eine Einreichung noch im Dezember gedrängt, doch die interinstitutionellen Verhandlungen gestalten sich deutlich schwieriger als erwartet.

Streit um Governance-Struktur von Stablecoins

Hauptgrund für die Verzögerung ist ein grundlegender Dissens zwischen der FSC und der Bank of Korea (BOK) über die künftige Governance-Struktur von Won-Stablecoins. Die Zentralbank pocht darauf, dass Stablecoins ausschließlich in einem bankengetriebenen Ökosystem ausgegeben werden, um Finanzstabilität und geldpolitische Wirksamkeit zu sichern.

Konkret fordert die BOK, dass Banken mindestens 50 bis 51 Prozent der Anteile an Stablecoin-Emittenten halten. Darüber hinaus soll der Zentralbank ein Vetorecht bei der Ausgabe sowie das Recht zur Durchführung von Prüfungen eingeräumt werden.

Die FSC lehnt dieses Modell jedoch ab. Sie argumentiert, dass es international keine vergleichbaren Beispiele für rein bankengetriebene Stablecoin-Emissionen gebe. Stattdessen verweist die Behörde auf die Europäische Union und Japan, wo Fintech-Unternehmen eine zentrale Rolle bei der Ausgabe digitaler Stablecoins spielen.

Auswirkungen auf den Markt und steigende Erwartungen

Die regulatorische Unsicherheit wirkt sich zunehmend auf die Finanzmärkte aus. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 waren nahezu die Hälfte der 30 leistungsstärksten Aktien an der koreanischen Börse dem Stablecoin-Sektor zuzuordnen.

Besonders Aktien von Unternehmen wie ME2ON und Kakao Pay verzeichneten deutliche Kursgewinne. Marktbeobachter führen dies auf wachsende Erwartungen an eine baldige regulatorische Klarstellung zurück, die weiteres Kapital in den Sektor lenken könnte.

Gleichzeitig warnen Experten vor den Risiken extremer Regulierungsansätze. Zu lockere Vorschriften könnten systemische Instabilitäten begünstigen, während übermäßig strenge Regeln Innovation und Wettbewerbsfähigkeit ausbremsen würden.

Uneinigkeit über Rolle von Big Tech und Fintechs

Auch bei der Frage, in welchem Umfang große Technologieunternehmen in den Stablecoin-Markt einbezogen werden sollen, gehen die Meinungen auseinander. Die Bank of Korea spricht sich für eine Begrenzung des Big-Tech-Einflusses aus. Demgegenüber sieht der von der Demokratischen Partei vorgeschlagene „Digital Asset Innovation Act“ vor, dass bereits Unternehmen mit einem Eigenkapital von umgerechnet rund elf Millionen Euro als Emittenten zugelassen werden können.

Kritiker befürchten, dass unter diesen Bedingungen nicht ausreichend Sicherheitsmechanismen gewährleistet wären. Parallel dazu treiben traditionelle Finanzinstitute ihre eigenen Initiativen voran.

Banken starten gemeinsame Stablecoin-Initiative

Acht der größten südkoreanischen Banken haben angekündigt, unter dem Dach des Bankenverbands gemeinsam einen won-gedeckten Stablecoin zu entwickeln. Ziel ist es, die Führungsrolle im digitalen Zahlungsverkehr zu sichern und einer möglichen Dominanz von Fintechs oder Big-Tech-Konzernen entgegenzuwirken.

Die Regierungspartei hat zugesichert, spätestens bis Ende Januar 2026 einen finalen Gesetzentwurf vorzulegen. Die Vorschläge der FSC sollen noch bis Ende dieses Monats oder Anfang des kommenden Monats veröffentlicht werden.

Als möglicher Kompromiss gilt ein Modell, bei dem Stablecoins ausschließlich von Konsortien ausgegeben werden dürfen, an denen inländische Banken mindestens 51 Prozent halten. Während die Zentralbank diesen Ansatz unterstützt, hat sich die FSC bislang nicht eindeutig dazu positioniert.

Bedeutung für Krypto-Markt, Bitcoin und Ethereum

Der Ausgang der Regulierungsdebatte dürfte maßgeblich darüber entscheiden, welche Rolle Südkorea im globalen Wettbewerb um Stablecoins einnehmen wird. Gleichzeitig könnte die Entscheidung weitreichende Auswirkungen auf das gesamte asiatische Finanzökosystem haben.

Marktteilnehmer beobachten die Entwicklung auch im Hinblick auf mögliche indirekte Effekte auf den Bitcoin-Preis. Zudem wird über potenzielle Auswirkungen auf das Ethereum-Ökosystem spekuliert, das als technologische Basis vieler Stablecoin- und Smart-Contract-Anwendungen dient.

By Martin Schmitt

Martin Schmitt ist ein erfahrener Autor mit einem tiefen Verständnis für die Krypto-, Blockchain- und Presale-Branche. Mit jahrelanger Erfahrung in der Branche teilt er sein umfangreiches Wissen und seine Einblicke durch seine fundierten Artikel und Analysen. Seine Leidenschaft für Innovationen und technologische Entwicklungen macht ihn zu einer angesehenen Stimme in der Szene.