Der Kryptomarkt bleibt kurzfristig angeschlagen, doch unter der Oberfläche laufen die strategischen Weichenstellungen weiter. Besonders die Tokenisierung von Real World Assets (RWA) gilt als eines der zentralen Zukunftsthemen, weil sie klassische Fonds, Anleihen oder Geldmarktprodukte in handelbare Blockchain-Formate überführt. Davon profitiert bislang vor allem das Ethereum-Ökosystem – als bevorzugte Infrastruktur vieler institutioneller Pilotprojekte.
Gleichzeitig arbeitet Ripple daran, mit dem XRP Ledger (XRPL) stärker in genau dieses Feld vorzudringen. Eine neue Partnerschaft mit einem europäischen Schwergewicht liefert dafür nun ein konkretes Signal.
Aviva Investors und Ripple bringen Fonds auf den XRPL
Aviva Investors, die Asset-Management-Tochter des britischen Versicherers Aviva, will gemeinsam mit Ripple traditionelle Fondsstrukturen tokenisieren und perspektivisch auf dem XRP Ledger abbilden. Die Unternehmen sprechen von einer langfristig angelegten Zusammenarbeit über 2026 hinaus – für Aviva Investors ist es der erste Schritt, tokenisierte Lösungen systematisch in das bestehende Produktangebot zu integrieren.
Bemerkenswert ist vor allem der institutionelle Kontext: Laut beiden Partnern handelt es sich um Ripples erste Kooperation dieser Art mit einem in Europa ansässigen Investment-Manager. Aviva Investors verwaltet nach Angaben aus Branchenberichten rund 246 Milliarden Pfund – damit bekommt die bisher oft abstrakte RWA-Erzählung einen greifbaren, regulierten Anker.
We’re thrilled to announce that @Ripple is partnering with Aviva Investors to bring traditional fund structures to the XRP Ledger. This marks our first collaboration with a European investment management firm to tokenize real-world assets (RWAs) at scale.
By leveraging the…
— Reece Merrick (@reece_merrick) February 11, 2026
Ripple positioniert den XRPL dabei als Infrastruktur, die Emission und Verwaltung tokenisierter Fonds über schnelle, kostengünstige Transaktionen ermöglichen soll. In der Mitteilung werden zudem Netzwerkkennzahlen genannt: Seit 2012 habe der XRPL mehr als vier Milliarden Transaktionen verarbeitet, unterstütze über sieben Millionen aktive Wallets und werde von 120 unabhängigen Validatoren betrieben. Gleichzeitig verweist Ripple auf integrierte Compliance-Funktionen, die für regulierte Märkte relevant sind.
Frühere XRPL-Deals zeigen die Richtung
Die Aviva-Ankündigung steht nicht isoliert, sondern passt in eine Reihe von XRPL-orientierten RWA- und TradFi-Schritten der vergangenen Jahre. Ein frühes, konkretes Beispiel lieferte 2024 die Kooperation von Ripple mit Archax: Damals wurde ein Geldmarktfonds von abrdn in tokenisierter Form auf dem XRPL zugänglich gemacht – inklusive klarer Einbettung in ein reguliertes UK-Setup.
Offline applications using Ripple’s products which would include XRP as a settlement mechanism.
Ripple had acquired Hidden Roads who is FCA registered
Archax also registered with the FCA for tokenized RWA.
The FCA is the financial conduct authority, a regulating body in the… https://t.co/DIj3WUcy5y pic.twitter.com/HzTYvRVTxj
— Mr. Man (@MrManXRP) April 24, 2025
2025 folgte ein weiterer RWA-Baustein über den Treasury-Sektor: Ondo Finance brachte seinen US-Treasury-Token OUSG auf den XRP Ledger; in der Kommunikation wurde zudem ein Mint/Redeem-Prozess unter Einbindung von Ripples RLUSD thematisiert. Solche Konstruktionen sind für Institutionen relevant, weil sie Liquiditäts- und Abwicklungsprozesse näher an klassische Cash-Workflows heranrücken.
Parallel dazu öffnet sich der XRPL auch für regulierte Stablecoin-Initiativen: Societe Generale-FORGE kündigte 2024 an, seinen MiCA-konformen Euro-Stablecoin EURCV zusätzlich auf dem XRP Ledger zu deployen.
Wettbewerb um RWA-Infrastruktur: Gewinnt am Ende Bitcoin?
Die Tokenisierung realer Vermögenswerte wird derzeit stark mit Ethereum verbunden, da viele institutionelle Pilotprojekte dort starten. Parallel versucht auch das XRP-Ökosystem, sich in diesem Markt zu positionieren. Gleichzeitig rückt eine weitere Perspektive in den Fokus: Sollte es gelingen, Bitcoin über leistungsfähige Layer-2-Lösungen stärker für Anwendungen jenseits reiner Wertaufbewahrung zu öffnen, könnte sich auch hier eine neue Infrastruktur für tokenisierte Assets entwickeln. Genau auf dieses Narrativ zielt aktuell ein Projekt, das im Markt zunehmende Aufmerksamkeit erhält.
Im Zentrum steht Bitcoin Hyper, ein Layer-2-Ansatz, der darauf abzielt, die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks mit der technischen Flexibilität moderner Smart-Contract-Plattformen zu kombinieren. Das Konzept basiert darauf, Bitcoin-Liquidität in eine skalierbare Umgebung zu bringen, die Transaktionen schneller und günstiger abwickeln kann und gleichzeitig programmierbare Anwendungen ermöglicht. Technisch orientiert sich die Architektur dabei teilweise an Hochleistungs-Blockchains wie Solana, deren Fokus auf Geschwindigkeit und niedrigen Gebühren liegt, während Bitcoin weiterhin als Sicherheitsanker dient.
Das Interesse am Projekt spiegelt sich derzeit auch im laufenden Presale wider. Nach Angaben der Entwickler wurden bislang rund 31,4 Millionen US-Dollar eingesammelt, was auf eine solide Anfangsnachfrage hindeutet. Beobachter verweisen darauf, dass insbesondere die Kombination zweier Narrative – Bitcoin als etabliertes Wertnetzwerk und Solana-ähnliche Performance-Strukturen – Investoren anspricht, die nach skalierbaren Blockchain-Anwendungen mit institutioneller Anschlussfähigkeit suchen.
Ein zusätzlicher Aspekt ist die Preisstruktur des Presales: Durch steigende Preise gibt es hier schnelle Buchgewinne. Das Staking bringt derweil attraktive 38 Prozent APY.
Ihr Kapital ist im Risiko.

