ETHZilla und Sequans verkaufen Krypto-Assets – Markt gerät ins Wanken

Tranzparenz
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Nach wochenlanger Seitwärtsbewegung und einem erneuten Absturz des Kryptomarkts geraten nun auch die sogenannten Krypto-Treasury-Unternehmen zunehmend unter Druck. Die Kurse vieler digitaler Vermögenswerte nähern sich kritischen Schwellen, die bislang ihre Strategien getragen haben.

In dieser angespannten Marktlage kommt es zu den ersten Verkäufen seitens der Treasury-Unternehmen – ein Signal, das vielen Analysten recht gibt, die schon länger vor einer platzenden Blase gewarnt hatten. Doch ist das Modell tatsächlich am Ende?

Wie der Crash die Treasury-Unternehmen an ihre Grenzen brachte

Das Grundprinzip dieser Krypto-Treasury-Unternehmen war es, Investoren eine indirekte Beteiligung an digitalen Assets zu ermöglichen. Sie sammelten Kapital ein, kauften Kryptowährungen und hielten diese langfristig in ihren Bilanzen.

Doch viele Experten warnten früh: Diese aggressive Akkumulationsstrategie könne im Fall eines Markteinbruchs zu einem gefährlichen Dominoeffekt führen. Ende Oktober verkaufte etwa ETHZilla Kryptowährungen im Wert von 40 Millionen US-Dollar in ETH, um eigene Aktien zurückzukaufen. Ziel war es, das Verhältnis zwischen Aktienkurs und dem Net Asset Value (NAV) zu verbessern.

Ethereum

Kurz darauf, am 3. November, trennte sich auch Sequans von 930 Bitcoin, um einen Teil seiner Schulden zu tilgen. Diese Verkäufe erschütterten das Vertrauen in die Treasury-Unternehmen als „unkaputtbare“ Hüter digitaler Vermögenswerte. Sie bestätigen die Einschätzung von Analyst Tom Lee, der schon früh davon sprach, dass die „Treasury-Blase“ geplatzt sei.

Brutale Verluste trotz HODL-Strategie

Auch Unternehmen, die bislang nicht verkauft haben, stehen unter massivem Druck. Forward Industries, das mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar in eine Solana-Treasury investiert hat, sah seinen Aktienkurs in weniger als einem Monat von 25 auf 10,50 US-Dollar abstürzen. Ähnlich erging es Metaplanet, das im selben Zeitraum 32 % seines Börsenwertes verlor.

Der mNAV-Indikator zeigt die Krise deutlich

Der mNAV (Market Net Asset Value) misst das Verhältnis zwischen der Marktkapitalisierung eines Unternehmens und dem Wert seiner digitalen Treasury-Bestände. Ein Wert über 1,00 signalisiert, dass das Unternehmen effizient arbeitet und seine Assets zu einem günstigen Preis hält.

Sinkt der Wert unter 1,00, läuten bei Investoren die Alarmglocken – es deutet auf eine ineffiziente Treasury-Strategie hin. Seit Mai 2025 ist der globale mNAV der Branche deutlich gefallen. Die wiederholten Krypto-Crashs und die anhaltend unsicheren Marktbedingungen haben eine Erholung verhindert. Für BTC, ETH und SOL liegt der mNAV aktuell nur noch bei etwa 1,10, ohne erkennbare Aufwärtstendenz.

Artemis mNAV

Quelle : artemisanalytics.com

Einige Unternehmen trotzen dem Trend

Nicht alle Krypto-Treasuries kämpfen ums Überleben. Einige wenige zeigen, dass eine fokussierte, langfristige Strategie weiterhin erfolgreich sein kann. Dazu zählen vor allem Strategy, das Bitcoin akkumuliert, und Bitmine Immersion Tech, das auf Ethereum setzt.

Beide Unternehmen gelten inzwischen als Referenzmodelle für nachhaltige Treasury-Strategien im Krypto-Sektor. Während Strategy bereits über 3 % des gesamten Bitcoin-Angebots kontrolliert, will Bitmine langfristig zu einem zentralen Akteur im Ethereum-Ökosystem werden und dessen technologische Entwicklung aktiv mitgestalten.

By Jannick Habicht

Jannick Habicht ist ein leidenschaftlicher Krypto-Journalist und Content Creator, der sich auf aktuelle Nachrichten, Marktanalysen und Hintergrundberichte aus der Welt der digitalen Assets spezialisiert hat. Mit einem scharfen Blick für Trends und einem tiefen Verständnis der Blockchain-Technologie vermittelt er komplexe Themen verständlich und fundiert. Seine Artikel verbinden journalistische Sorgfalt mit praxisnahen Einblicken, von Bitcoin und Ethereum bis hin zu aufstrebenden Altcoins.