PayPal erweitert seine Peer-to-Peer-Funktionen und integriert Bitcoin, Ethereum sowie den hauseigenen Stablecoin PYUSD direkt in seine Zahlungsflüsse. Ab sofort können Nutzer in den USA Krypto-Assets nahtlos senden und empfangen – sowohl innerhalb von PayPal und Venmo als auch zu externen Wallets. Damit rückt der Dienst näher an das klassische Wallet-to-Wallet-Prinzip der Krypto-Welt. Der internationale Rollout soll in den kommenden Monaten Großbritannien, Italien und weitere Märkte erreichen.
PayPal-Links für einfachere Zahlungen
Parallel führt PayPal „PayPal-Links“ ein: Jeder Nutzer kann einen individuellen Zahlungslink erstellen und diesen per SMS, E-Mail oder Messenger teilen. Der Service startet zunächst in den USA und wird schrittweise auf andere Länder ausgeweitet.
Wichtig: Private Überweisungen zwischen Freunden und Familie bleiben von Steuerformularen wie dem US-Formular 1099-K unberührt. Sowohl PayPal als auch Venmo betonen, dass persönliche Zahlungen nicht gemeldet werden müssen – ein Signal, um den Alltagseinsatz unkompliziert zu gestalten.
Launching today: PayPal links 🚀
Send and receive money as easily as sending a message–just share a one-time link by text, DM, or email.
Live now in the US, and more markets soon.
Coming next: crypto support for peer-to-peer via the PayPal app—including Bitcoin, Ethereum,… pic.twitter.com/H3ZDGUBGiS
— PayPal (@PayPal) September 15, 2025
PYUSD als zentrales Element
Eine Schlüsselrolle spielt der Stablecoin PYUSD, der inzwischen fast 1,3 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung erreicht hat. Coinbase unterstützt den Token mit gebührenfreiem Handel und erleichtert den Umtausch in Dollar. Damit wird PYUSD zunehmend zu einem wichtigen Baustein für massentaugliche Krypto-Zahlungen.
PayPal positioniert die Initiative innerhalb der Strategie „PayPal World“. Ziel ist es, große Bezahlsysteme und Wallets interoperabel zu verbinden und so den Geldfluss über Grenzen hinweg zu vereinfachen. Mit über 430 Millionen aktiven Konten könnte der Netzwerkeffekt enorm sein.
Händler im Visier
Auch für Händler arbeitet PayPal an neuen Funktionen: Zahlungen in Kryptowährungen oder Fiat-Währungen sollen sofort abgewickelt werden können. Der Ausbau umfasst mehr unterstützte Assets und Wallets. Durch die Verzahnung von Checkout, P2P und Stablecoin-Zahlungen entsteht ein einheitliches Zahlungsnetzwerk.
Wachsende Konkurrenz im P2P-Krypto-Markt
PayPal ist mit seiner Initiative nicht allein. Kraken hat im Juni „Krak“ vorgestellt – eine P2P-App mit globaler Reichweite und Unterstützung für Hunderte von Assets. Auch X (ehemals Twitter) treibt seine Payment-Pläne in den USA mit Bank- und Kartenpartnerschaften voran.
Introducing @Krak. The money app for people who want more.
More ways to pay
More freedom to send
More opportunities to grow
More rewards and money in your pocketGet Krak 👇https://t.co/iGnDkIQmVb pic.twitter.com/fwac24S2XR
— Krak (@Krak) June 26, 2025
Während Kraken auf ein klar krypto-natives Angebot setzt und X auf die „Super-App“-Strategie zielt, verfolgt PayPal eine Erweiterung seiner bestehenden Infrastruktur. Der Wettbewerb dürfte die Gebühren senken und die Interoperabilität verbessern – ein Vorteil für die Nutzer.
Der Blick über Grenzen
Entscheidend wird, wie sich diese Innovationen auf grenzüberschreitende Zahlungen auswirken. Laut Weltbank sind die Kosten für internationale Transfers noch immer hoch. Wenn Stablecoins und Wallet-Verbindungen breite Anwendung finden, könnten die Gebühren deutlich sinken.
Allerdings bleiben regulatorische Fragen offen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mahnt, dass Stablecoins bislang nicht die Kriterien einer „guten Währung“ erfüllen. Geschwindigkeit und Zugänglichkeit ja – doch Unsicherheiten bei Governance, Reserven und Stabilität bleiben ein Risiko.

