Letzte Chance: US-Senat verbleiben 4 Wochen für Krypto-Gesetz

Tranzparenz
Tranzparenz
Bitcoin Shutdown USA

Der CLARITY Act galt lange als eines der wichtigsten Krypto-Gesetze der laufenden US-Legislaturperiode. Zuletzt wurde es jedoch auffällig ruhig um das Vorhaben, obwohl der politische Zeitdruck immer größer wird.

Im November stehen in den USA die Midterm-Wahlen an, bei denen sich die Mehrheitsverhältnisse im Kongress verändern könnten. Damit droht der bisherige parteiübergreifende Kompromiss erneut auseinanderzufallen. Gelingt die Verabschiedung nicht vor der bevorstehenden Sommerpause, dürfte der Wahlkampf die parlamentarische Arbeit zunehmend überlagern. Genau deshalb gelten die kommenden Wochen als entscheidend: Ohne schnellen Durchbruch könnte die umfassende Kryptoregulierung mindestens bis zur nächsten Legislaturperiode vertagt werden.

Beste Krypto Presales in 2026 – hier mehr erfahren

CLARITY Act: Warum jetzt die entscheidenden vier Wochen beginnen

Der CLARITY Act soll erstmals einen umfassenden gesetzlichen Rahmen für den US-Kryptomarkt schaffen. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen der Securities and Exchange Commission und der Commodity Futures Trading Commission. Außerdem enthält der Entwurf Regeln für Tokenemissionen, Handelsplattformen, dezentrale Finanzanwendungen, Geldwäscheprävention und den Umgang mit digitalen Rohstoffen.

Das Repräsentantenhaus hatte eine frühere Fassung bereits im Juli 2025 mit deutlicher parteiübergreifender Mehrheit verabschiedet. Im Mai 2026 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Der Bankenausschuss des Senats stimmte mit 15 zu 9 Stimmen für die Weiterleitung seiner überarbeiteten Version. Neben sämtlichen Republikanern unterstützten jedoch nur zwei Demokraten den Entwurf – und selbst diese machten deutlich, dass ihre Zustimmung im Ausschuss noch keine Unterstützung bei einer endgültigen Senatsabstimmung garantiere.

Damit bleiben mehrere Konfliktpunkte offen. Dazu gehören Schutzregelungen für Softwareentwickler, die Behandlung dezentraler Protokolle sowie strengere Ethikvorschriften für Regierungsmitglieder und deren Verbindungen zur Kryptoindustrie. Ein entsprechender Ethikzusatz wurde im Ausschuss zuvor abgelehnt und gilt weiterhin als zentrale Forderung demokratischer Senatoren.

Eine neue, zusammengeführte Fassung der Entwürfe aus Banken- und Agrarausschuss wird nun erwartet. Anschließend müsste genügend parteiübergreifende Unterstützung organisiert werden, denn für die Überwindung einer möglichen Blockade im Senat sind grundsätzlich 60 Stimmen erforderlich.

Genau hier entsteht der Vier-Wochen-Countdown. Vor der Augustpause bleiben nur wenige Sitzungstage für neue Texte, Verhandlungen, Ausschussarbeit und eine mögliche Abstimmung. Danach dürften Haushaltsfragen und der Midterm-Wahlkampf zunehmend dominieren. Ein Scheitern vor der Sommerpause bedeutet zwar nicht automatisch das endgültige Aus. Die realistische Chance auf eine Verabschiedung im Jahr 2026 würde jedoch deutlich sinken.

Polymarket sieht nur noch 38 Prozent Wahrscheinlichkeit

Auch auf dem Prognosemarkt Polymarket hat sich die Stimmung zuletzt spürbar verschlechtert. Laut dem vorliegenden Screenshot wird die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act noch 2026 unterzeichnet wird, aktuell nur noch mit 38 Prozent bewertet. Allein zuletzt sank die Quote demnach um zwölf Prozentpunkte. Das gehandelte Volumen liegt bereits bei rund 1,62 Millionen US-Dollar.

Zwischenzeitlich hatten Marktteilnehmer die Chancen Anfang Juli noch bei mehr als 50 Prozent gesehen. Seitdem fiel die Bewertung jedoch deutlich zurück. Die Entwicklung zeigt, dass Händler die verbleibende Zeit, die ungelösten politischen Streitpunkte und die notwendige parteiübergreifende Mehrheit zunehmend skeptisch beurteilen.

polymarket

Vom regulatorischen Zeitdruck zum nächsten Bitcoin-Layer-2-Trend

Klare US-Kryptoregeln könnten nicht nur etablierten Börsen und institutionellen Marktteilnehmern zugutekommen. Auch innovative Blockchain-Projekte würden von größerer Rechtssicherheit und einer eindeutigen Abgrenzung zwischen Wertpapieren und digitalen Rohstoffen profitieren. Besonders viel Aufmerksamkeit erhält derzeit der noch junge Markt für Bitcoin-Layer-2-Lösungen. Diese wollen die hohe Sicherheit und Liquidität von Bitcoin mit schnelleren Transaktionen, niedrigeren Kosten und programmierbaren Anwendungen verbinden. Ein Projekt, das in diesem Segment relative Stärke zeigt, ist Bitcoin Hyper.

hyper

Bitcoin Hyper entwickelt nach eigenen Angaben eine Layer-2-Infrastruktur, die Bitcoin mit einer Ausführungsumgebung auf Basis der Solana Virtual Machine kombiniert. Dadurch sollen Entwickler schnelle Smart Contracts, dezentrale Anwendungen und DeFi-Protokolle realisieren können, während Bitcoin als zugrunde liegender Vermögenswert eingebunden bleibt. Eine sogenannte Canonical Bridge soll BTC von der Bitcoin-L1 auf die neue L2 übertragen. Transaktionen werden dort gebündelt und verarbeitet, bevor der Netzwerkzustand mithilfe von Zero-Knowledge-Proofs auf Bitcoin verankert wird. Das Konzept versucht somit, die Sicherheit von Bitcoin mit der hohen Ausführungsgeschwindigkeit zu verbinden, für die Solana bekannt ist. Bislang handelt es sich allerdings um ein geplantes Netzwerk, dessen technische Leistungsfähigkeit erst nach dem Mainnet-Start belastbar bewertet werden kann.

Bemerkenswert ist vor allem die Nachfrage im laufenden Presale. Trotz des schwachen Gesamtmarktes wurden zuletzt bereits knapp 33 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Ihr Kapital ist im Risiko.

By Martin Schmitt

Martin Schmitt ist ein erfahrener Autor mit einem tiefen Verständnis für die Krypto-, Blockchain- und Presale-Branche. Mit jahrelanger Erfahrung in der Branche teilt er sein umfangreiches Wissen und seine Einblicke durch seine fundierten Artikel und Analysen. Seine Leidenschaft für Innovationen und technologische Entwicklungen macht ihn zu einer angesehenen Stimme in der Szene.