Stablecoins im Fokus: Bank of England reagiert auf die USA

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England UK Stablecoin Bank
  • Großbritannien plant, sein Regelwerk für Stablecoins genauso schnell wie die USA einzuführen.
  • Die Bank of England setzt auf klare Strukturen und vorübergehende Halteobergrenzen.
  • Trotz Kritik aus der Branche soll das neue System bis Ende 2026 voll funktionsfähig sein.

Die Regulierung digitaler Vermögenswerte nimmt global Fahrt auf – und Großbritannien will nicht länger zusehen. Nach Monaten der Unsicherheit kündigt die Bank of England nun klare Stablecoin Regeln an, die so schnell wie jene in den USA greifen sollen. Zwischen Hoffnung auf Innovation und Sorge um zu enge Grenzen beginnt für den Finanzplatz London eine neue Ära.

Großbritannien zieht im Stablecoin-Rennen mit den USA gleich

Die Bank of England will die neuen Stablecoin Regeln ebenso schnell umsetzen wie die Vereinigten Staaten. Vizegouverneurin Sarah Breeden erklärte beim SALT-Kongress in London, dass die britische Notenbank bereit sei, den US-Fortschritt nachzuvollziehen. Dort hat Präsident Trump im Juli den sogenannten GENIUS Act unterzeichnet, der als rechtlicher Rahmen für Stablecoins dient. Laut Breeden sei es „entscheidend, dass beide Länder gemeinsam voranschreiten“, um Vertrauen in digitale Finanzsysteme zu schaffen.

Großbritannien hatte lange den Ruf, beim Thema Krypto-Regulierung hinterherzuhinken. Mit dem neuen Vorstoß soll sich das ändern. Ziel ist ein synchroner Start der nationalen Stablecoin-Regime, der auch die internationale Zusammenarbeit im Finanzsektor stärkt. Beobachter werten dies als Signal, dass die britische Regierung Kryptowährungen künftig stärker als Teil des offiziellen Finanzsystems akzeptiert.

Ein neues Regelwerk für digitale Währungen

Die Bank of England wird am kommenden Montag ihr vollständiges Regelwerk für Stablecoins vorstellen. Die Vorschriften sollen nach aktuellem Stand bis Ende des kommenden Jahres in Kraft treten. Geplant sind vorübergehende Halteobergrenzen von umgerechnet 26.000 US-Dollar für Privatpersonen und 13 Millionen US-Dollar für Unternehmen. Diese Limits gelten als Sicherheitsmaßnahme, um mögliche Risiken für das Bankensystem zu reduzieren.

Gleichzeitig sollen größere Kryptobörsen und institutionelle Akteure Ausnahmen erhalten, um den Markt nicht auszubremsen. Branchenvertreter sehen hierin einen Kompromiss zwischen Kontrolle und Wachstum. Der Plan sieht außerdem vor, dass diese Begrenzungen gelockert oder aufgehoben werden können, sobald Risiken für die Finanzstabilität als gering eingestuft werden. So will die Bank of England schrittweise Vertrauen aufbauen, ohne Innovationen zu ersticken.

Kritik an den geplanten Halteobergrenzen

Nicht alle begrüßen die strengen Vorgaben. Vertreter der Kryptoindustrie warnen, dass die Limits zu starr und bürokratisch sein könnten. Simon Jennings, Direktor des UK Cryptoasset Business Council, bezeichnete sie als „potenziell unpraktikabel und kostspielig“. Laut Jennings müsse das Regelwerk so gestaltet sein, dass Unternehmen flexibel auf Marktbewegungen reagieren können, ohne regulatorisch ausgebremst zu werden.

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Sarah Breeden hingegen betonte, dass die Bedenken übertrieben seien. Sie verwies auf strukturelle Unterschiede zwischen britischen und amerikanischen Finanzsystemen. Während in den USA Hypotheken über Finanzmärkte refinanziert werden, stammen britische Hypotheken überwiegend von Geschäftsbanken. Dadurch sei die Stabilität des Bankensektors stärker von Einlagen abhängig – ein Grund, warum die Bank of England vorsichtiger agiert.

Kooperation mit den USA und gemeinsame Ziele

Großbritannien arbeitet eng mit den Vereinigten Staaten zusammen, um internationale Standards für Stablecoins zu schaffen. Seit September besteht eine gemeinsame Taskforce beider Länder, die Richtlinien zur Harmonisierung von Kryptoregeln erarbeitet. Diese Kooperation soll grenzüberschreitende Kapitalströme erleichtern und klare Rahmenbedingungen für Investoren schaffen.

Der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe wird bis März 2026 erwartet. Branchenkenner sehen darin eine historische Chance, globale Finanzstrukturen zu modernisieren. Laut Paul Howard von der Handelsfirma Wincent sei der Schritt „entscheidend, um Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität in Großbritannien zu sichern“. Das Vereinigte Königreich erwirtschaftet über 40 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts durch Finanzdienstleistungen – ein starkes Argument für eine präzise, aber innovationsfreundliche Regulierung.

Markterwartungen bleiben vorsichtig

Trotz der Ankündigungen bleibt die Stimmung am Markt verhalten. Auf der Vorhersageplattform Myriad gehen die meisten Nutzer davon aus, dass die Gesamtmarktkapitalisierung aller Stablecoins bis Februar unter 360 Milliarden US-Dollar bleiben wird. Laut Daten von CoinGecko liegt der aktuelle Wert bei rund 311 Milliarden US-Dollar. Analysten führen die Zurückhaltung auf regulatorische Unsicherheit und sinkende Risikobereitschaft der Investoren zurück.

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Gleichzeitig sehen Experten in den neuen Regeln einen Wendepunkt. Wenn Großbritannien und die USA ihre Rahmenwerke synchronisieren, könnten sich Stablecoins als seriöse Alternative im globalen Zahlungsverkehr etablieren. Der Ausgang dieses Experiments dürfte darüber entscheiden, ob digitale Währungen künftig fester Bestandteil der traditionellen Finanzwelt werden – oder nur ein weiteres technisches Versprechen bleiben.

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By Jakob Hofeditz

Seit 2018 ist Jakob in der Welt von Krypto und Blockchain unterwegs und ist für verschiedene Portale als Autor tätig. Besonders fasziniert ihn bei diesem Thema die Wechselwirkung mit der internationalen Wirtschaftspolitik, den Notenbanken und der Zukunft des Geldsystems.